Horb a. N.

Hohenberg-Ansprechpartner abgelehnt

von Jürgen Lück

Horb - Das Horber Rathaus weigert sich, einen "Hohenberg-Kümmerer" einzusetzen. Wolf Hoffmann hofft deshalb, dass das Thema im nächsten Kommunalwahlkampf eine Rolle spielen wird.

Hohenberg-Bewohner Wolf Hoffmann hatte im April einen Bürgerantrag im Gemeinderat gestellt. Der grüne Kreisrat damals: "Ich habe das Gefühl, dass wir im Konzert der Stadtteile auf dem Hohenberg nur die Piccoloflöte spielen. Deshalb möchte ich Sie bitten, einen Ansprechpartner in der Stadtverwaltung für diese Belange des Hohenbergs zu schaffen. Das kostet nicht einmal eine neue Stelle!"

Jetzt kam das Antwortschreiben von OB Peter Rosenberger. Der schmettert den "Hohenberg-Kümmerer" ab. Niemand im Gemeinderat, so Rosenberger, habe den Vorschlag Hoffmanns aufgegriffen und einen Antrag gestellt.

Hoffmann ist enttäuscht von der Antwort. Er sagt: "Ein zentraler Ansprechpartner für den Hohenberg ließe sich zunächst auch ohne zusätzliche Kosten realisieren. Daher ist es bedauerlich, dass Sie zur Zeit keine Möglichkeit zur Abhilfe sehen."

Gemeinderat lehnte Einrichtung eines Bezirksbeirats ab

Der Hohenberg-Bewohner hofft, dass die Kommunalwahl am 26. Mai 2019 dem Rathaus endlich Beine macht, damit der "Hohenberg-Kümmerer" endlich kommt: "Es bleibt die Hoffnung, dass nach der Kommunalwahl 2019 neue Möglichkeiten entwickelt werden."

Warum setzt das Rathaus keinen "Hohenberg-Kümmerer" ein? Rosenberger geht zunächst den Impuls seines OB-Wahlkampfgegners Hermann Walz ein. Der ULH-Fraktionschef hatte im OB-Wahlkampf vor gut einem Jahr gefordert, für den Hohenberg einen Bezirksbeirat oder Ortschaftsrat einzurichten. Der OB sagt im Antwortschreiben: "Die Verwaltung sieht sich diesbezüglich an den zuletzt gefassten Beschluss des Gemeinderats gebunden, der die Einrichtung eines Bezirksbeirats für die Kernstadt und den Hohenberg mehrheitlich abgelehnt hat."

Hoffmann könne sich an die Gemeinderatsfraktionen wenden, damit sie mit einem Antrag den "Hohenberg-Kümmerer" fordern. Der OB dazu: "Die Fraktionen kennen Ihre Eingabe. Bis heute hat sich kein Mitglied des Gemeinderates – beispielsweise mit einem Antrag – zu dieser Thematik geäußert."

Eine klare Abfuhr des Stadtoberhaupts für Hoffmann. Denn: Auch das Rathaus hätte die Möglichkeit, das Thema erneut in den Gremien zur Diskussion zu stellen.

Undichtes Regenüberlaufbecken

Und Hoffmann stellt sich natürlich die Frage, ob das Rathaus wirklich weiß, wie es auf dem Hohenberg aussieht. Als Beispiel nennt er das Regenüberlaufbecken an der Hohenberghalle. Rosenberger schreibt dazu: "Es handelt sich dabei nicht um ein ›undichtes Regenüberlaufbecken‹, welches seit Jahren nicht repariert wird. Sondern um ein nach unten offenes Regenversickerungsbecken, welches das Wasser über eine belebte Bodenzone und eine nachgeschlagene Schotterfläche mit Vlieseinlage dem Untergrund zuführt."

Der Hohenberg-Bewohner wundert sich über diese Antwort. Hoffmann: "Hier fragt sich der Laie natürlich, wieso kubikmeterweise Erdreich verschwinden konnte. Löcher, die inzwischen mit Schottersteinen gefüllt wurden. Bei meiner Besichtigung fand ich am Boden der Löcher keine Vliesanlage, wie Sie schreiben, sondern an den offenen Stellen eine starke, undurchlässige Folie."

Nächstes Beispiel: die Fußweg-Verbindung Richtung Real. Hoffmann hatte darauf aufmerksam gemacht, dass es auf einem Straßenabschnitt nicht mal einen Fußweg gibt. Rosenberger antwortet: "Diese Fragestellung erschließt sich uns nicht. Bereits beim Autohaus AHG sind ein Fußgängerüberweg sowie Gehwege zum Realmarkt entlang der Straße vorhanden."

Fußwegproblematik zwischen Volksbank und AHG

Hoffmann frustriert offenbar diese OB-Antwort. Er schreibt: "Gerade ältere Mitbürger benutzen den direkten mittleren Weg von der Volksbank-Filiale zur AHG - dort, wo es auch zur Postfiliale geht. Gerade diese Straße hat als große Ausnahme keinen Bürgersteig. Ich lade Sie ein, im Winter hier eine ältere Frau einmal mit ihrem Rolleinkaufswägelchen den Berg hinauf zu begleiten. Vielleicht sehen Sie das dann anders." Gemeinderat Hermann Walz sagt dazu: "Dass die Stadtverwaltung ein Kreistagsmitglied so auflaufen lässt, dass ist nicht mehr normal."

Zu Rosenbergers Begründung, dass keine Fraktion den Impuls von Hoffmann aufgenommen habe, sagt er: "Das stimmt so nicht. Nach der Anfrage von Wolf Hoffmann wollten wir zunächst einmal die Antwort der Stadt und das Ergebnis abwarten. Hoffmann gehört zu den Grünen. Entweder unterstützen wir einen entsprechenden Antrag der OGL oder wir werden selbst einen stellen. Das sehen wir nicht parteilich, sondern dort geht es um eine Sache, für die ich schon lange kämpfe!"

Und zur Fußwegproblematik zwischen Volksbank und AHG sagt Walz: "Ich selbst habe einen Antrag gestellt, zwischen der Volksbank und gegenüber entweder einen Zebrastreifen oder Fußgängerampel zu bauen. Das Rathaus hat sich dann herabgelassen, eine Fahrzeug-Zählmessanlage aufzustellen. Allerdings am Steiglehof. So wurden die Autos, die aus Richtung Kaserne kommen und Richtung Schulzentrum abgebogen sind, nicht gezählt. Deshalb wurde ein Zebrastreifen abgelehnt."

Hört sich also so an, als ob der Unmut auf dem Hohenberg über das Rathaus nicht so klein zu sein scheint.