Horb a. N.

Haugenstein: Großes Frieren geht weiter

von Florian Ganswind

Horb-Bildechingen - Ganz harte Wochen für viele Familien auf dem Haugenstein: Das große Frieren geht weiter. Auf dem Gerichtsweg stecken sie weiter in den Sackgasse. Die Hoffnungen liegen bei der Stadt. Doch auch da sind noch viele Hindernisse zu überwinden.

Noch immer harren insgesamt 24 Parteien ohne Heizung aus. Viele klagen dazu noch über Schimmelbefall in ihren Wohnungen. Den nächsten Tiefschlag gab es nun vor Gericht. In Rottweil gab es den Versuch einer Güteeinigung. Wohnungseigentümerin Claudia Endres ist danach allerdings überhaupt nicht zum Lachen zumute. "Da fühlt man sich einfach nur verschaukelt. Ich zweifel an Justitia und ihrem Gerechtigkeitssinn." Der Vorschlag des Richters sei ein zehnprozentiger Nachlass gewesen. Deutlich unter dem Angebot von Osbelt, das bei 30 Prozent gelegen hat, aber nach der Ablehnung der Haugenstein-Bewohner nicht mehr gilt.

Den frierenden Parteien geht es aber auch gar nicht um eine Reduzierung, sondern um eine grundsätzliche Bewertung des Vertrags mit dem Heizkraftwerk, das im Besitz von Osbelt ist. Gestern Nachmittag gab es bei einer anderen Familie wieder eine Güteverhandlung in Rottweil. "Wir rechnen mit dem gleichen Ergebnis", so Endres. Die Hoffnung sinkt immer mehr, auf diesem Weg erfolgreich zu sein.

Die zweite Hoffnung ruht auf den Kaufabsichten der Stadt Horb. Noch immer befinde man sich in Verhandlungen mit Osbelt, berichtet Oberbürgermeister Peter Rosenberger. "Ich bin zuversichtlich." Am kommenden Dienstag sollen zumindest schon einmal die finanziellen Voraussetzungen geschaffen werden. Mittel sollen im Haushaltsplan bereit gestellt werden, wenn der Gemeinderat dem zustimmt. Um wie viel es sich da handelt, will der OB nicht preis geben. Auch im Haushaltsplan sei das nicht so zu erkennen: "Wir wollen uns da nicht in die Karten schauen lassen, um auch unsere Verhandlungsposition nicht zu schwächen."

Können die Wohnungseigentümer und Mieter also bald aufatmen? Die Einigung mit Osbelt wäre nicht der letzte Schritt, macht Rosenberger klar. Denn dann müsse man sich auch noch mit den Wohnungseigentümern einig werden, bevor man das Geschäft mit Osbelt endgültig abschließt. "Wir müssen mit unseren zukünftigen Kunden dann einig werden. Nur mit einer breiten Mehrheit macht dieses Nahwärmenetz in städtischer Hand Sinn."

Und Sinn macht es für die Stadt nur, wenn auch die Eigentümer bereit sind, etwas zu verändern. "Es ist für uns Pflicht, dass ein Zweirohrsystem oder ein anderes System aufgebaut werden muss." Auch muss es ein funktionierendes Abrechnungssystem geben. Das bedeutet: Die Wohnungseigentümergemeinschaften müssen bereit für Investitionen sein. "Hier würde es sich um eine Solidargemeinschaft handeln, um ein eheähnliches Verhältnis."