Horb a. N.

Geschichte in Stein gehauen

von Schwarzwälder Bote

Das von der Stadtinformation Horb in der Mühlener Straße angebotene Informationsmaterial ist um einen Folder reicher. Er informiert zukünftig über den steinernen Geschichtsgarten.

Horb. Birgit Seibold von der Stadtinformation sowie Heinz Schmid und Heinrich Raible von der GEEK präsentierten im steinernen Geschichtsgarten auf dem Kreuzkapellenberg ein neues Druckerzeugnis, das in Bild und Wort über eine Horber Sehenswürdigkeit informiert.

In den 70er-Jahren des vergangenen Jahrhunderts sammelten sich immer mehr sichergestellte oder herausliegende historische Grenzsteine an, für die es in Horb weder beim Vermessungsamt noch im städtischen Bauhof eine Lagermöglichkeit gab. Nachdem man durch einen Presseartikel auf einen "Geschichtsgarten der besonderen Art" im Schwarzwaldstädtchen Bonndorf aufmerksam gemacht worden war, stellte das Vermessungsamt bei der Stadt Horb einen Antrag zur Anlegung eines "Steinernen Geschichtsgartens".

Als mögliche Standorte wurden der Aufgang zur Schütte unterhalb des Kreuzwegs, der alte Friedhof hinter dem Grundschulgebäude oder das Gelände auf dem Kreuzkapellenberg hinter dem ehemaligen Offizierskasino vorgeschlagen. Die Entscheidung des Horber Gemeinderats für den Kreuzkapellenberg erwies sich rückblickend als richtig, da dieser Standort am wenigsten durch Luftschadstoffe belastet ist.

Im Jahr 1979 setzte man hinter dem Offizierskasino die ersten historischen Grenzsteine. Federführend bei dieser Aktion war Schmid, der Gründungs- und Ehrenmitglied der Gesellschaft zur Erhaltung und Erforschung von Kleindenkmalen in Baden-Württemberg (GEEK) ist. Im Laufe der Jahre wuchs dieser Geschichtsgarten auf mehr als 80 Steine an und Schmid fand in Raible vom Kultur- und Museumsverein einen weiteren Mitstreiter, der sich ebenfalls um den steinernen Geschichtsgarten kümmert und ihn regelmäßig pflegt.

Die Landes-, Gemeinde-, Gemarkungs- und Flurgrenzsteine sowie Wald-, Zehnt- Jagdgrenz-, Fischwasser- oder Beisteine zeugen von früheren Jahrhunderten und erzählen in Stein gehauen Heimatgeschichte, die sich in der Gegend um das Horber Neckarknie, die Jahrhunderte lang Grenzland war, abgespielt hat.

Raible, Schmid und Seibold haben mit Unterstützung des Fotografen Herbert Kress einen Folder zusammengestellt, der unter dem neuen Stadtlogo, das auf die Kernstadt mit ihren 17 Stadtteilen verweist, umfassend über den steinernen Geschichtsgarten informiert. Dank einer Luftbildkarte dürfte es auch für Auswärtige kein Problem mehr sein, das besondere Freilichtmuseum auf dem Kreuzkapellenberg zu finden.

Darüber hinaus findet sich auf dem Folder ein QR-Code, der ein mitgebrachtes Smartphone oder Tablet direkt mit der Internetseite auf der H omepage der Stadt Horb verlinkt, auf der sämtliche Steine mit Skizze oder Bild beschrieben sind. In Sekundenschnelle erfährt man so etwas über das Alter, die Lage und die auf dem jeweiligen Stein befindlichen Zeichen.