Horb a. N.

Fußballplatz-Lösung rettet Mini-Rock-Festival

von Jürgen Lück und Florian Ganswind

Horb - Das Mini-Rock-Festival kommt nicht zur Ruhe. Wortwörtlich. Denn: Fast wäre dieses Jahr das Festival in seiner jetzigen Form rund um den Festplatz geplatzt. Grund: der hintere Campingplatz.

Oberbürgermeister Peter Rosenberger bestätigt: "Das Polizeipräsidium Tuttlingen ist bei uns vorstellig geworden. Sie haben die Veranstaltung sehr gelobt. Aber auch gesagt, dass der hintere Campingplatz sicherheitstechnisch bedenklich ist. Es gibt dort viele Faktoren, die nicht kontrollierbar sind. Die mangelnde Übersicht, die Rettungswege dort sind kritisch. Die nahe Bahnlinie. Dazu kommen die Camper, die manchmal nicht im Vollbesitz ihrer Kräfte sind."

Klartext: heftige Sicherheitsbedenken der Polizei. Und das Aus für den hinteren Campingplatz, der bis zu 2600 Mini-Rock-Fans Platz bietet. Zum Mini-Rock-Festival 2017 kamen gut 4500 Besucher. Mini-Rock Sprecher Benjamin Breitmaier: "95 Prozent unserer Festival-Besucher campen." Denn: Nur so – durch das Campen nahe an der Bühne – können die Fans ganz in Ruhe feiern und Party machen.  

Heißt: Das Mini-Rock 2018, welches finanziell ohnehin knapp gestrickt ist, hätte einen deutlichen Besucherrückgang zu befürchten gehabt. Und damit dramatische Einnahme-Ausfälle. Eine Absage nicht ausgeschlossen!

Doch das wollte das Rathaus verhindert. Stadtoberhaupt Rosenberger: "Wir haben sehr schnell einen Termin gemacht mit dem FC Horb und dem ASV Horb. Sie haben uns erklärt, dass sie die gesamten Fußballsportflächen im Manfred Volz Sportpark für das Jahr 2018 zur Verfügung stellen. Es wird derzeit auch die Nutzung des Sportheims vom ASV geprüft. Dort gibt es wahrscheinlich zu wenig Duschen für die Campingplatz-Benutzer, aber das Rote Kreuz kann dort zum Beispiel unterkommen. Die Campingsituation 2018 ist gemeistert, es gibt allerdings ein paar Plätze weniger. Wir sind dem FC Horb sehr dankbar, dass wir durch ihn eine Lösung haben."

Allerdings: Genau hier – auf dem Fußballplatz – soll es bald eine Mega-Baustelle geben. Und der Baubeginn der Hochbrücke – so Stand heute – soll am 19. September sein, wenn die Baufreigabe durch den Bund kommt. Laut Ordnungsamtsleiter Wolfgang Kronenbitter steht der Pfeiler dort dann so, dass das Fußballfeld statt bisher 96 Meter nur noch 90 Meter hat. Und damit könnte eine neue Campingplatz-Krise für das Mini-Rock entstehen. 

Rosenberger: "Ab 2019 müssen wir sehen, was wir machen, weil ja der Hochbrückenbau beginnt. Eine Lösung gibt es noch nicht. 2019 wird es – so glaube ich – noch kein Problem geben, aber danach sicher. Die Baustelle wird kommen. Mit dem Regierungspräsidium muss jetzt erst einmal geklärt werden, wie viele Flächen außen um diese Baustelle frei bleiben können. Die Frage ist auch: Darf ein Rockfestival in einer Baustelle sein? Das kann cool, aber gefährlich sein."

Die Campingplatz-Krise für das Mini-Rock. Pressesprecher Benjamin Breitmaier: "Im Moment ist alles entspannt. Für das nächste Jahr müssen wir noch einmal mit der Stadt sprechen, wie wir das genau mit der Hochbrücken-Baustelle machen. Wir sind zuversichtlich."

Mehr zum Mini-Rock-Festival gibt es auf unserer Themenseite.