Horb a. N.

"Er hat das Burundi-Fieber entfacht"

von Peter Morlok

Es gibt Projekte, deren Gelingen vom Engagement einer Person abhängig ist. Einer Person, die sich mit Leidenschaft, Kontinuität und ganz viel Herzblut in dieses Projekt einbringt und peu à peu einen großen Helferkreis aufbaut. Ein Beispiel? Rainer Schach und sein "Burundi-Projekt".

Horb-Altheim. Das Burundi-Projekt des Altheimer Allgemeinmediziners Schach und dem Rotary-Club Horb/Oberer Neckar ist geradezu ein Vorzeige-Projekt in dieser Hinsicht.

Seit nunmehr zehn Jahren besteht diese Hilfe für das Krankenhaus in Songa (Burundi), und durch die Spenden und Hilfsgüter, darunter ein kompletter Krankenwagen, die in sechs großen Überseecontainern in das ostafrikanische Land verschifft wurden, konnte man dort einen funktionierenden Krankenhausbetrieb aufbauen (wir berichteten).

Als Fazit stellte der Vorsitzende des Rotary-Hilfe-Vereins, Wolfgang Kronenbitter, fest, dass mit der Einrichtung eines voll funktionsfähigen Krankenhauses, der Erweiterung dieses Krankenhauses und der nun möglichen medizinischen Versorgung seit dem Jahr 2009 Unglaubliches geleistet wurde. "Das Ziel, Hilfe zur Selbsthilfe, wurde erreicht. Der Rotary-Club ist äußerst stolz auf das Erreichte und dass er in seinen Reihen mit Rainer Schach einen so unheimlich engagierten Arzt hat. Er ist der Initiator des Projektes. Er ist derjenige, welcher das Burundi-Feuer nicht nur bei Rotary, sondern in unserer Raumschaft entfacht hat und enorme medizinische Hilfe in einem der ärmsten Länder in der Welt leistet."

Im Krankenhaus können nun täglich bis zu 250 stationäre Patienten behandelt werden. (im Vergleich: Freudenstadt hat 315 Betten). Des Weiteren werden pro Tag zwischen 100 und 150 ambulante Patienten versorgt. Diese kommen aus dem ganzen Land Burundi bis zu einer Entfernung von 400 Kilometern.

Zur Anreise benötigen die Patienten bis zu zwei Tage. Die ärztliche Versorgung erfolgt zwischenzeitlich durch fünf einheimische Ärzte, die alle von dem medizinischen Know-How von Schach und seinen Kollegen profitieren konnten. Aktuell gehen wieder zwei Ärzte aus der Gegend für drei Monate nach Burundi, um dort zu hospitieren.

Dass so eine Erfolgsgeschichte nicht selbstverständlich ist und dass Entwicklungsgelder zwar schnell ausgegeben, doch nicht immer von solchem Erfolg gekrönt sind, das machte Schach beim Pressegespräch anhand eines recht aktuellen Falls klar.

Bei einem SES-Einsatz (Senior Experten Service – Stiftung der Deutschen Wirtschaft für internationale Zusammenarbeit) in Kamerun, war er als Experte für Kardiologie drei Wochen vor Ort. Seiner Einschätzung nach hat der gesamte Einsatz mit zwei Personen rund 15 000 Euro gekostet. Sein Fazit: Verbranntes Geld, das keinen Erfolg nach sich zog.

Zum eine seien drei Wochen viel zu kurz und zum anderen würde im dem dortigen Krankenhaus zwar vernünftig operiert, doch die Schnittstelle danach werden nicht selten zur tödlichen Falle für die Patienten. Für den Altheimer Arzt stellt sich deshalb die Frage, ob Entwicklungshilfe auf dieser Basis überhaupt sinnvoll ist.

Für ihn und seinen Mitstreiter Kronenbitter ist diese Art der Unterstützung das genaue Gegenteil ihres Krankenhausprojektes in Songa. Dort wurde mit viel Eigeninitiative eine funktionierende Krankenhausstruktur aufgebaut, die inzwischen hervorragend funktioniere. Die vom Rotary Club gewünschte und geforderte Nachhaltigkeit konnte zwischenzeitlich auch dadurch gewährleistet werden, dass einheimische Ärzte, wie ein Chirurg, eine Kinderärztin, die gleichzeitig das Krankenhaus leitet, sowie weitere junge Ärzte im Krankenhaus beschäftigt sind und sich das Krankenhaus zwischenzeitlich selbst trägt.

Und die Erfolgsgeschichte soll weitergehen. Der Bene-Therese-Orden, unter dessen Federführung das Songa-Projekt läuft, hat sich wieder an Rainer Schach mit einem neuen Anliegen gewandt. Man beabsichtigt im "Centre de sante" in der Stadt Kayamza, in Nordburundi, die dortige Krankenstation um einen Operationssaal zu erweitern.

In diesem Operationssaal sollen überwiegend Kaiserschnittentbindungen vorgenommen werden. Damit könnten lange Transporte von Schwangeren und auch gesundheitliche Probleme von Schwangeren und ungeborenen Kindern vermieden werden. Auch würden damit dringend notwendige weitere Operationskapazitäten geschaffen. Der Rotary Club Horb möchte auch dieses Projekt in Burundi unterstützen und wäre deshalb sehr dankbar für Spenden. "Es ist humanitäre Hilfe zur Selbsthilfe, die auch tatsächlich funktioniert", sind sich sowohl Rainer Schach als auch Wolfgang Kronenbitter sicher.

Die Spenden können an den Rotary-Hilfe-Verein Horb/Oberer Neckar; Kreissparkasse Horb, IBAN: DE 98 6425 1060 0000 4006 55 und Volksbank Horb, IBAN: DE 81 6429 1010 0020 1000 19 entrichtet werden.