Horb a. N.

Durchfahrtsverbot bleibt bestehen

von Andreas Wagner

Im April des vergangenen Jahres beschloss der Ortschaftsrat Rexingen, dass ein Teilstück der Lichtenbergstraße bis zur Einmündung in die Schafblumenhalde in eine Fahrtrichtung gesperrt wird. Nun stimmten die Räte für eine dauerhafte Lösung.

Horb-Rexingen. Dieses Durchfahrtsverbot sollte jene Autofahrer davon abhalten, die die Einfahrt zur Lichtenbergstraße nutzen, um sich über die Bergstraße am Berufsverkehr vorbei zu schlängeln. Die möglichen Maßnahmen wurden damals ebenfalls mit der Verkehrsschau beraten und von dieser geprüft. Laut der Verkehrsschaukommission sei die einseitige Sperrung sofort umsetzbar.

Rat Mario Kamphoff war damals der Meinung, man würde durch die Sperrung des Teilstücks auch gleichzeitig die Anwohner der Schafblumenhalde strafen und sprach sich deutlich gegen das Vorhaben aus. Ortsvorsteherin Birgit Sayer gab allerdings zu verstehen, dass einige der Anwohner der Straße ohnehin die nächste Einmündung – wenige Meter weiter – nutzen, um wesentlich leichter in die Schafblumenhalde einbiegen zu können. Die Mehrheit des Gremiums sprach sich jedoch dafür aus, das Teilstück der Straße in eine Fahrtrichtung zu sperren und die Ergebnisse weiterhin zu verfolgen. Ferner sah der Beschluss eine Probezeit von einem Jahr vor.

In der jüngsten Sitzung des Ortschaftsrats zog Sayer ihr Fazit. Insgesamt acht Bürger, darunter Anwohner aus der Schafblumenhalde, fanden sich zu diesem Tagesordnungspunkt ein. Bereits im Rahmen der Bürgerfragestunde äußerte sich ein Anwohner wenig begeistert über die damalige Lösung. Unter anderem bemängelte der Bürger in seinem Vortrag, dass die Sichtverhältnisse im Kreuzungsbereich von der kleinen Gasse in die Lichtenbergstraße mangelhaft seien. Ein Buchsbaum sowie ein geparkter Transporter würden das Befahren der Straße erschweren. Zudem würden viele Fahrzeuge zu schnell durch die ausgewiesene 30er Zone fahren, weshalb die Kreuzung als Gefahrenbereich anzusehen sei, argumentierte der Anwohner.

Des Weiteren werde das Durchfahrtsverbot von einigen Fahrern missachtet. Ein weiterer Bürger verriet, er habe sich die Kennzeichen einiger Autos notiert. Bedauerlicherweise stellte sich hierbei heraus, dass auch Ortsansässige das Verbotsschild ignorieren.

Verkehrsschau befürwortet dauerhafte Regelung der Einbahnregelung

Sayer gab den Anwesenden zu verstehen, dass die Verwaltung zu dem Durchfahrtsverbot viel Resonanz aus der Bevölkerung erhalten habe. "Hierzu gibt es geteilte Meinungen", verriet sie. Ziel der Maßnahme sei gewesen, dass der Verkehr in der Lichtenbergstraße und Bergstraße reduziert werde, was auch gelungen sei. Zudem habe die Verkehrsschaukommission turnusmäßig die Situation vor Ort begutachtet, sah dabei die Verringerung des Durchgangsverkehrs als gesichert und befürwortete die dauerhafte Anordnung der Einbahnregelung. Ein erhöhtes Risiko oder besondere Gefahrenbereiche stellte die Kommission vor Ort nicht fest.

Ratsmitglied Kamphoff habe mit insgesamt 21 Anliegern im Kreuzungsbereich gesprochen. Kamphoff bestätigte Sayer darin, dass die Meinungen in verschiedene Richtungen laufen würden. Daher plädierte Kamphoff für eine Lösung, die alle Beteiligten zufrieden stellt. Unter anderem regte er an, dass die Zufahrt zur Lichtenbergstraße, zum Beispiel mittels eines Blumenkübels, verengt werden könne. Kamphoff sprach sich, wie vor einem Jahr, gegen das Durchfahrtsverbot aus. Vor dieser Regelung zierte ein Schild mit der Aufschrift "Anlieger frei" die Zufahrt der Straße. "Wir hatten doch schon vorher ein bestehendes Verbot", erklärte das Gremiumsmitglied.

Maik Sothmann warf hierbei ein, dass beide Verbote nichts nutzen würden, wenn die Bereiche nicht kontrolliert werden. "Wenn wir heute beschließen, dass die Regelung bleibt, dann wird kontrolliert und angezeigt", versprach Sayer.

Sothmann machte sich ebenfalls vor Ort ein Bild. "Mit dem Verbot haben wir diese Gefahrenstelle geschaffen", stellte Sothmann fest, der sich vor einem Jahr noch für die neue Regelung aussprach. Er gab allerdings zu, dass er nach der einjährigen Testphase der unechten Einbahnstraße seine Meinung geändert habe. "Wegen den paar Autos hätte man nicht sperren müssen", unterbrach einer der Bürger den Tagesordnungspunkt. "Dann schauen Sie sich mal meine Liste mit notierten Kennzeichen an", äußerte sich ein anderer Einwohner zu dieser Behauptung. Immer wieder warfen einige der anwesenden Bürger ihre Meinung während der Beratung des Gremiums in den Raum, sodass Sayer letztlich deutlich werden musste: "Ruhe jetzt. Das ist hier keine Diskussionsrunde."

Sie erklärte weiter: "Mir fehlt hier die Solidarität von der einen für die andere Straße", sagte sie enttäuscht. Zudem seien die Schafblumenhalde und der Osterhaldenweg keinesfalls vom Durchgangsverkehr belastet, verdeutlichte sie den Anwohnern. Kamphoff pochte weiterhin darauf, dass eine neue Lösung im Sinne aller Anwohner erarbeitet werde. "Die werden wir nicht finden", entgegnete Sayer. "Wenn jeder Rexinger in seiner eigenen Anliegerstraße bleiben würde, dann wäre uns schon viel geholfen", betonte Sayer.

"Ich schlage vor, dass wir zur Abstimmung kommen", regte Wolfgang Essig letztlich an. Sieben Räte sprachen sich für das weitere Bestehen des Durchfahrtsverbots aus, während Kamphoff und Sothmann dagegen stimmten.