Horb a. N.

"Adler" macht endlich wieder auf

von Jürgen Lück

Horb-Betra - Kreissäge und Stichsäge liegen auf dem Tisch. Michael Mlaker sucht im Internet gemeinsam mit seiner Mitarbeiterin Vivian Gläser nach Tischdecken. Endspurt. Denn: Bald wird Betra wieder ein Dorfgasthaus haben!

Mlaker: "Wie mir erzählt wurde, hatte der ›Adler‹ vor gut 15 Jahren zugemacht. Ich hatte das Objekt schon länger im Auge. Im Sommer habe ich mir gedacht: Jetzt mache ich Nägel mit Köpfen!"

Pachtvertrag unterschrieben, Brauerei gefunden – und jetzt geht es daran, bis zur Eröffnung am Samstag, 21. Oktober, alles piekfein zu machen.

Mlaker – wie man schon an seinem Akzent hört – ist wie Horbs Oberbürgermeister Peter Rosenberger ein gebürtiger Mannheimer. Doch so virtuos das Stadtoberhaupt die Klaviatur der Verwaltung und der Kommunalpolitik spielt, so war Mlaker jahrelang als Profi-Keyboarder unterwegs: "Ich war im Studio in Karlsruhe, habe auch bei Jennifer Rush ("The Power of Love") mitgemacht". Dann stoppte die Gesundheit seine Piano-Karriere. Mlaker hatte schon zwei Jahre lang eine Gaststätte in Tiflis (Georgien), wie er erzählt: "Meine Frau kommt daher. Dort war selbstgemachte Bratwurst meine Spezialität – ­und das wurde dort natürlich Kult."

Dann ging er zurück nach Leinfelden-Echterdingen. Er lebt inzwischen von der Restauration von Klavieren und Flügeln. Mlaker: "Immer wieder hatte ich das Projekt einer Gaststätte in Deutschland im Hinterkopf. Deshalb habe ich auch die Anzeige vom ›Adler‹ gelesen. Als ich wegen einer Klavier-Restauration in der Nähe war, habe ich mir das Objekt angeschaut. Das war dann irgendwie in meinem Herzen drin – ­und im Sommer habe ich dann alles klar gemacht."

Warum gerade der Adler in Betra? Mlaker führt uns in den Saal nebenan. Eine Bühne mit Flügel, davor eine Lautsprecher-Anlage, hinten die Bar. Mlaker: "Das ist doch ideal, um hier eine Erlebnis-Gaststätte zu machen. Dazu kann man hier prima Fußball gucken! Ich plane regelmäßige Themen-Abende –­ mit Musik, Theater oder auch Partys."

Der erste ist schon im November geplant. Der Gastronom: "Da plane ich einen irischen Abend. Mit Band, Guinness vom Fass und Fish und Chips. Durch meine Kontakte kenne ich genug Musiker, die ich nach Betra locken kann."

Der Gastronom verspricht auch hübsche Brasilianerinnen zum Brasilien-Abend. Auch eine Kuba-Nacht ist angedacht. Und Ballermann-Abende. Mlaker: "Da kann ich mir auch vorstellen, einen Shuttle-Service zu engagieren, damit die Gäste richtig feiern kommen und sicher wieder nach Hause kommen!"

Am Montag soll Ruhetag sein, Dienstag steht dann Champions League auf dem Programm

Doch der Gastronom plant nicht nur Ramba-Zamba. Mlaker: "Es soll auch klassische Musik geben. Beispielsweise am Sonntag einen Tanztee mit gepflegter Klaviermusik für die Älteren. Hier ist ja nichts los –­ und ich möchte versuchen, dass wieder Leben hier nach Betra kommt."

Auch cool: Das Fernseh-Abo ist schon gebucht. Mlaker: "Nach dem Ruhetag am Montag werde ich Dienstagabend ab 18 Uhr öffnen. Dann ist ja immer Champions League. Und weil ich in Stuttgart auch diverse Ex-Fußballer kenne, kann ich mir vorstellen, die auch zu den passenden Spielen nach Betra zu holen. Für Kommentare, Gespräche und Autogramme."

Nächste Idee: "Ich bin selbst begeisterter Schach- und Skatspieler. Der Saal eignet sich hervorragend für Skat-Turniere. Die gibt es kaum noch."

Hört sich also so an, als ob Michael Mlaker seinen "Adler" in Betra zu einer neuen Erlebnis-Gaststätte für die ganze Raumschaft entwickeln will.

Und was gibt es zu essen? Mlader: "Natürlich meine selbstgemachte Bratwurst. Dazu klassische deutsche und schwäbische Küche."

Und wann geht es los? Mlaker: "Wir eröffnen am Samstag, 21. Oktober, ab 18 Uhr. Da gibt es Freibier, der Männergesangverein Betra tritt auf. Dann habe ich mit Valentina aus Belgrad eine der besten Geigensolistinnen geholt. Danach klingt der Abend mit dem Entertainer Rudi Falk aus."