Horb a. N.

Besondere Reitkultur beim Tag des Pferdes

von Marion Tischbein

Horb-Nordstetten - Der Tag des Pferdes im "Le Camarguais-Centre Equstre Traditionel" bei Hedi Sackenreuther und Jean Pierre Godest auf den Kreuzhöfen hat schon Tradition.

Auch am vergangenen Wochenende waren wieder etwa 20 Reiter aus ganz Süddeutschland und sogar aus Luxemburg und der Schweiz angereist. Die Wettbewerbe an diesen beiden Tagen sind offen für Pferde aller Rassen, nicht nur für Camarguepferde. Gewertet wird einmal in der Gruppe der Einsteiger und in der der schon erfahrenen Reiter. Beim Trail geht es darum, seine Geschicklichkeit in einem Parcours zu beweisen.

Als zweites steht eine Geländeprüfung auf dem Programm. Höhepunkt ist jedes Mal das Showprogramm am Samstagabend. Gerade als es losgehen sollte, ging ein kräftiger Regeschauer nieder, der den Platz regelrecht aufweichte. Mit einer kleinen Verspätung konnte die Vorführung dann doch in einer etwas verkürzten Form stattfinden. Die Platzverhältnisse, der tiefe Boden, waren eine echte Herausforderung für Reiter und Pferd und kosteten viel Kraft. Umso höher war die Leistung, die geboten wurde, zu bewerten. Im ersten Schaubild, der freilaufenden Herde, fühlte man sich in die Camargue, die Heimat dieser majestätischen Pferderasse versetzt, wenn sie mit wehenden Mähnen über den Platz fegten.

Ein Beispiel perfekter Harmonie und des Zusammenspiels von Reiter und Pferd bot anschließend Jean Pierre Godest mit seinem Hengst "Lugar". Als Lugar sich zum Schluss hinlegen sollte, zeigte er deutlich, dass es ihm nicht behagte, legte sich dann aber doch vorsichtig auf den matschigen Boden. "Dass ein Pferd das macht, dazu gehört viel Vertrauen", versicherte Hedi Sackenreuther.

Von der Bodenarbeit ging es weiter zur Arbeit im Sattel und von der Camargue in die USA. Tanja Baumann präsentierte auf ihrem Pferd Nico die altkalifornische Reitweise mit abrupten Stopps und schnellen Wendungen. Auf dieser Reitweise basiert das Westernreiten.

Mit der Vorführung von Jean Pierre Godest mit dem Trident, einer Stange mit Dreizack, mit der in der Camargue die Stiere zusammengetrieben werden, kehrte man wieder zurück nach Frankreich. Bei dieser Arbeitsweise waren Schnelligkeit und Beweglichkeit gefragt.

Doch Reiten ist nicht nur Arbeit sondern auch Vergnügen. Das zeigten die abschließenden traditionellen Reiterspiele, wenn sich drei Reiter gegenseitig Blumensträuße abjagen. Auch hier konnten auf Grund der Bodenverhältnisse nicht alle Kunststücke gezeigt werden. Die Reiterspiele sind Vergnügen und dienen gleichzeitig als Übung.

Die Zuschauer, die trotz des Regens ausgeharrt hatten, spendeten Reitern und Pferden viel Applaus für die außerordentliche Leistung auf dem schweren Boden.