Horb a. N.

350 Meter Fußweg-Teilstück beschäftigt Räte

von Peter Morlok

Horb-Bildechingen. Ein 350 Meter langes Teilstück des Fußwegs von Bildechingen rüber in die Wohnsiedlung Haugenstein beschäftigt den Ortschaftsrat nun schon seit geraumer Zeit.

Grundsätzlich sind zuerst die Besitzverhältnisse der Grundstücke, auf denen der Weg liegt, zu klären. Umfangreiche Recherchen im Gemeindearchiv haben ergeben, dass als einzige Aufzeichnung dazu ein Protokoll aus dem Jahre 1968 vorliegt.

Der Gemeinderat hatte seiner Zeit in Kooperation mit dem Ortschaftsrat alle bekannten Grundstückseigentümer angeschrieben und sie zu einer gemeinsamen Besprechung eingeladen.

Ziel war die kostenlose Überlassung des Weges. Ein Wunsch, dem die Grundstücksbesitzer unter der Maßgabe, dass alle Bemarkungssteine entfernt werden müssten und der Weg eingezäunt wird, zustimmten. Mehr steht jedoch nicht im Protokoll. Weder wer an der Sitzung teilnahm, noch wer sie führte. Es gab auch keine Unterschriften, die dieses Dokument irgendwie rechtlich absicherten.

"Es handelt sich hier um keinen Larifari-Weg, sondern um einen Verbindungsweg"

Rat Andreas Hesse glaubte jedoch zu wissen, dass der Weg sehr wohl vermessen und markiert wurde, da inzwischen Grundstücksverkäufe stattgefunden hätten. Auch habe man den Weg einige Zeit mit einem sogenannten Schafszaun – einem flexibel aufstellbaren Kunststoffzaun – abgesperrt. "Es handelt sich hier um keinen Larifari-Weg, sondern um einen Verbindungsweg mit sehr gut ausgebautem Untergrund", so Hesse weiter, der vorschlug, dass man auch mal beim Vermessungsamt nachfragen sollte, ob noch irgendwelche Unterlagen zu finden sind.

Wenn alle Stricke reißen, dann glaubt Ortsvorsteher Ulrich Beuter, dass man das, was man 1968 hinbrachte, auch 50 Jahre später schafft. "Notfalls müssen wir halt wieder alle Grundstücksbesitzer an einen Tisch bringen."

Grundsätzlich ist man sich jedoch im Ortschaftsrat einig, dass man diesen Weg wieder richten sollte. "Wir sollten dieses Gelegenheit beim Schopfe packen", merkte Rat Edwin Zimmermann hierzu an, und auch Andreas Hesse plädierte für einen Ausbau des Weges. "Das ist kein Weg, der ins Nirwana führt – sondern die direkte fußläufige Anbindung an den Haugenstein."

"Können wir uns diesen Ausbau überhaupt leisten", stellte man die Frage nach der Finanzierbarkeit. Ortsvorsteher Beuter musste hier zugeben, dass er noch keinen exakten Überblick über das Ortsbudget hat, da immer noch die Schlussabrechnung für die Sanierung der Lindenbrunnenstraße fehlt.

Das prall gefüllte Bauhofkonto der Ortschaft macht Maßnahmen realisierbar

Trotzdem ist er der Ansicht, dass man die 5600 Euro an Fremdmittel, die man für das Material zahlen müsste, gut aufbringen könne. Die 8900 Euro an Bauhofleistungen, die für die Realisierung der Maßnahme anfallen, sind überhaupt kein Problem, da der Ort über ein prall gefülltes Bauhofkonto verfügt.

Vor diesem Hintergrund fasste der Ortschaftsrat den einstimmigen Beschluss, dass man das Teilstück des Verbindungswegs zum Haugenstein ausbaut.