Hofstetten

"Den Käfer im Auge behalten"

von Christine Störr

Hofstetten. Die Hofstetter Forstbetriebsgemeinschaft muss sich mit Wegeunterhaltungsgemeinschaften (WuG) auseinandersetzen. Ob sich die Gemeinschaften für einzelne der neuen BZ-Wege bilden, oder – wie am Beispiel Gutach vorgestellt – eine WuG für alle Wege entsteht, muss geklärt werden.

Im Rahmen der FBG-Herbstversammlung hatte Vorstand Erich Neumaier Referenten eingeladen. Zunächst informierte Forstamts-Leiterin Silke Lanninger die Waldbesitzer über den Borkenkäfer. "Es war ein Stress-Jahr für den Wald. Sie müssen den Käfer im Auge behalten.", mahnte sie. Durch die anhaltende Trockenheit gebe es eine besondere Ausgangs-Situation. Durchschnittlich vier Generationen Buchdrucker und Kupferstecher könnten über den Winter kommen.

Als neuer Revierleiter für Hofstetten und Mühlenbach stellte sich Nicolai Doll vor, der aus Oppenau stammt und zum ersten Januar sein Amt antritt. Die Vertretung liegt bis dahin in den Händen von Fischerbachs ehemaligen Revierleiter Herbert Heine. Doll absolvierte sein Forst-Studium in Rottenburg am Neckar und anschließend das zweijährige Trainee-Programm im Hochschwarzwald. Danach leitete er dort das bäuerliche Privatwald-Revier Schwarzenbach/Schollach und will jetzt in die Heimat zurück. Seine Frau stammt aus Oberharmersbach, dort wird das Paar zunächst auch wohnen.

Kalamitätsholz muss schnell abtransportiert werden

Seitens der Forstwirtschaftlichen Vereinigung (FVS) informierte Mathias Neumaier über die Marktsituation und das Vermarktungssystem der Vereinigung. Er empfahl den Waldbesitzern aufgrund des zu erwartenden Trocken- und Käferholzes nur dort frisches Holz einzuschlagen, wo die Vermarktung des Kalamitätsholzes nicht beeinträchtigt werde. Gemeinsames Ziel müsse der schnelle Abtransport aus dem Wald sein.

Über die Gründung von Wegeunterhaltungs-Gemeinschaften informierte Revierleiter Frank Werstein am Beispiel Gutachs. "Die Gründung einer WuG hat nur Aussicht auf Erfolg bei Beachtung der Devise: Gib niemals auf", erklärte er. Zu Beginn habe es in Gutach viele Kritiker des Modells einer einzelnen Gemeinschaft für alle bestehenden Holzabfuhrwege und der neuen BZ-Wege gegeben. Aber es habe sich gelohnt, die Vorteile für den Einzelnen lägen auf der Hand. Es gebe eine zentrale Stelle für die Organisation, Abwicklung und Abrechnung der Wegeunterhaltung, außerdem sei es möglich, Fördermittel wie beispielsweise aus dem Dolen-Programm zu beantragen. Es entfalle die Suche nach Obmännern, deren Stellvertretern und Kassierern für einzelne Wege. Böschungsarbeiten würden in Gutach von einer Person mit dem Hangmäher an allen Wegen durchgeführt.

"Wegeunterhaltung heißt: Immer dran bleiben", betonte Werstein. Dann seien die Kosten am geringsten, wie er am Beitrag von zehn Euro je Hektar Waldfläche ohne Abhängigkeit von Weglängen aufzeigte. "Und das steht in keinem Verhältnis zu der erwartenden Wertsteigerung." Ob eine gemeinsame WuG auch für die Hofstetter Waldbesitzer eine Option ist, ist in weiteren Gesprächen zu klären.