Hofstetten

"22 Jahre Leidenschaft für Fasent"

von Sybille Wölfle

Die Hofstetter Guggemusiker "Simsegräbsler" haben am Halloweenabend im Narrenkeller mit zahlreichen geladenen Gästen auf ihr 22-jähriges Bestehen angestoßen. Eine große Party wird aus dem Anlass am Samstag, 10. November, gefeiert.

Hofstetten. Neben Lobenshymnen, Live-Musik und einem bebilderten Rückblick wurden an diesem Abend Gründungsmitglieder geehrt.

Mit dem Song "Summer of ‘69" eröffnete das Duo Katharina Kaspar & Dustin Ries, das den Abend musikalisch umrahmte, den offiziellen Teil. "22 Jahre Leidenschaft für Musik, Auftritte und Proben! 22 Jahre Leidenschaft für Fasent, Brauchtum und Tradition! 22 Jahre Leidenschaft für Kameradschaft, Gemeinschaft und Freundschaft", brachte Vorstand Fabian Witt zu Beginn das Erfolgsgeheimnis der Musiker auf den Punkt.

Am Schmutzigen Donnerstag 1995 sei die Idee entstanden, eine Guggemusik zu gründen. "An der Fasent 1996 hatten wir mit fünf bis sechs Musikern unseren ersten öffentlichen Auftritt. Allerdings noch nicht unter dem Namen Simsegräbsler, blickte Witt nach dem Sektempfang auf die Geschichte der erfolgreichen und bis nach Irland bekannten Gugge zurück.

Gründungsdirigent sei Peter Neumaier gewesen, der den Startschuss für die beachtlichen Erfolge gab. Sein Amt trat er an Thomas Laifer ab und heute schwingt Jonas Lehmann für die Musiker den Dirigentenstab.

"Ohne die Narrenzunft würde es uns in dieser Formation wahrscheinlich gar nicht geben", lobte der Vorsitzende die gute Zusammenarbeit. 22 Jahre sei eine stolze Zahl und "dieses Jahr sitzt zum ersten Mal seit unserer Gründung ein neuer Bürgermeister im Chefsessel", hob Witt hervor.

Oftmals werde die Frage gestellt, wer das schöne Häs entworfen habe. "Das haben wir nur einer einzigen Frau zu verdanken: Ev Neumaier hat alle Kostüme genäht. Sie ist nicht mit Geld aufzuwiegen", betonte Witt, der sich bei Neumaier bedankte. Diese merkte an, dass Marika Singler beim Häs-Entwurf beteiligt war.

"Gemeinschaft ist unser größtes Gut, man trifft sich, man hilft sich", umschrieb Witt den Umgang der Mitglieder untereinander.

Peter Neumaier, der durch das Programm führte, übergab Narrenzunftchef Hansi Singler das Mikrofon. Dieser begrüßte die Gesellschaft mit den Narrenrufen "Simse-Gräbsler", "Kette-Rassle" und "De-Schatz-isch-furt", bevor er mit seiner Lobeshymne auf die Guggemusiker loslegte.

"Ich erinnere mich noch gerne an meine ganz persönlichen Highlights, wie zum Beispiel eure Auftritte in Dublin, den beim Narrengericht in Offenburg oder während des Flößerfests in Wolfach", blickte Singler auf die Entwicklung der Simsegräbsler zurück.

Zwei Bürgermeister sind ganz große Fans

"Was meinen Vorgänger Henry Heller und mich gleichermaßen verbindet ist, dass wir beide ganz große Fans von euch sind", versicherte Bürgermeister Martin Aßmuth. Bemerkenswert habe er als Außenstehender schon Ende der 90ger-Jahre gefunden, wie die "Verrückten" mit dem komischen Hut und der stilvollen Krawatte jeden Auftritt in eine grandiose Party verwandeln. "Die hohe Qualität der Darbietung sorgt bis heute dafür, dass die Zuhörer bereits bei den ersten Akkorden eingeladen sind mitzufeiern", lobte Aßmuth die 50 zwischen zwölf und 44 Jahre alten Simsegräbsler.

Diese seien längst zu einer geschätzten Institution in der Gemeinde und weit darüber hinaus geworden, befand der Bürgermeister.

"Wir sind froh und dankbar, dass wir euch haben und sind uns sicher, dass ihr auch in den nächsten 22 Jahren für fetzige Guggenmusik sorgt", sagte Aßmuth, bevor er seitens der Gemeinde eine finanzielle Zuwendung überreichte.

Edgar Mäntele, der auch voll des Lobs für die Musiker war, gratulierte im Namen der Hofstetter Vereine. Er überreichte Witt symbolisch eine kleine Trommel sowie ein Geldpräsent. "Ihr habt euch zu einer beachtlichen Truppe entwickelt, ihr spielt Champions-League und habt die Messlatte sehr hoch gelegt", zollte der Vorsitzende des Sportclubs den engagierten Musikern Respekt.

Zum Schluss sorgten Stefan Kaspar und Dieter Krämer mit ihren Bildern und Filmsequenzen auf Großleinwand für Lachsalven. Erinnerungen wurden geweckt, als die beiden die 22-jährige Laufbahn der Simsegräbsler deklarierten, bevor man zum gemütlichen Teil des Abends überging.

Fünf Gründungsmitglieder , die von Anfang an und immer noch aktiv mit von der Partie sind, wurden geehrt. "Jeder von euch hat sich seine Lorbeeren in den 22 Jahren verdient und das Vereinsleben aktiv mitgestaltet. Ihr habt die Hofstetter Guggemusik geprägt, wie nur wenige sonst, und uns zu dem gemacht, was wir heute sind", lobte der Vorsitzende Fabian Witt seine fünf Musikerkollegen. Er verband das Dankeschön mit einem Geschenk in Form eines gelaserten Simsegräbsler-Metallhuts mit persönlicher Widmung. Peter Neumaier habe die ganze Sache angeleiert, sei der erste Dirigent gewesen und habe entscheidend die Richtung vorgegeben. Dieter Krämer war viele Jahre im Vorstand, sowohl beim elfjährigen Bestehen im Jahr 2007 als auch bei der ersten Dublinreise 2009, die ebenfalls unter seiner Führung lief. Thomas Laifer habe später das Dirigentenamt von Neumaier übernommen, über eine lange Zeit die Guggemusik musikalisch weiterentwickelt und auf ein hohes musikalisches Niveau geführt. " Johannes Kaspar ist unser Organisationstalent", lobte Witt. Er führe die Organisation der Open-Air-Konzerte quasi alleine durch. Außerdem sei er lange Zeit für die finanziellen Geschichten als Kassenverwalter zuständig gewesen, blickte er zurück. "Alex, ohne dich würden wir viele unserer heutigen Stücke so wohl nicht spielen", betonte der Vorsitzende in Richtung Alexander Dorer. Dieser hat bis vor einigen Jahren alle Musikstücke selbst arrangiert und zusammen mit Laifer die musikalische Mehrstimmigkeit der Simsegräbsler eingeführt.