Hechingen

Vor dem Rockcafé geht die Post ab

von Willy Beyer

Hechingen. Das Rockcafé Kiss im Industriegebiet Lotzenäcker entpuppt sich mehr und mehr als Geheimtipp für auserlesene Livebands. Zu ihren Konzerten nehmen die Rockmusikliebhaber auch längere Fahrtwege in Kauf. So auch am Samstag, als die vierköpfige Formationen "Rose Wood" draußen vor dem Lokal auftrat und kräftig die Partystimmung anheizte.

Die Kennzeichen der geparkten Autos bestätigten die Vermutung, dass hier eine außergewöhnliche Gruppe auf der Bühne steht. Ihnen zufolge kamen die Konzertbesucher aus dem Raum Neckar-Alb, aus Pforzheim, dem Nord- sowie dem Südschwarzwald und sogar aus dem Schweizer Kanton Bern.

Schon vor Konzertbeginn, bald nach Einbruch der Dunkelheit, ging im und vor dem Rockcafé die Post ab. Da stieg mit "Musik aus der Dose" bei der Grillparty im Biergarten die Stimmung stetig an. Die Wirtsleute Beate Mapelli und Bernd Beuter sowie ihr Personal hatten alle Hände voll zu tun. Die Macher des gelungenen Open-Air-Spektakels waren trotz ihres schweißtreibenden Jobs bester Laune und am Ende hochzufrieden.

Keine Frage, die Stimmungsband verstand es schnell, das Publikum auf ihre Seite zu ziehen. Das hat sicherlich auch mit der starken Bühnenpräsenz von Sängerin Natalie zu tun. Ihrem ausdrucksstarken Intonationsvermögen von altbekannten Songs und ihrem Charme konnte sich kaum jemand entziehen. Mit den "Rhythmusgebern" Tobias am Schlagzeug und Frank am fünfsaitigen E-Bass sowie E-Gitarrist und Zweite-Stimme-Sänger Sascha spielte die Sängerin zwischendurch auch immer wieder die Akustikgitarre.

Das i-Tüpfelchen beim gelungenen Auftritt von "Rose Wood" aber war der zwei- und sogar dreistimmige Gesang. Das funktionierte stets bestens. So bei bekannten Hits von Abba, AC/DC, Status Quo, Smokie, Suzi Quatro oder anderen Bands aus den Genres Rock, Classic-Rock sowie Oldies. Das Publikum war jedenfalls hin und weg.

Das setzte sich aus ganz jungen Leuten bis hin zu den über 60-jährigen "Rockern" zusammen, wobei sich einige als gestandene "Rose Wood"-Fans entpuppten. Wie Hans-Walter Braun. Mit Hauptwohnsitz in Hamburg, reiste er jetzt von Villingen zum Konzert von "Rose Wood".

Er hat die Partyband erstmals in Trossingen erlebt und reist wie manch anderer gerne zu den Auftritten der Stimmungsmacher, die "die Musik spielen, mit der wir groß geworden sind", bringt der Freund der Gruppe das Erfolgskonzept der Vollblutmusiker auf den Punkt.