Hechingen

Sternschnuppenjäger auf dem Hohenzollern

von Andrea Maute

Hechingen - Wer noch eine offene Wunschliste hatte, für den lohnte sich am Wochenende der Blick ans Firmament. Die Burg Hohenzollern wurde zum Astronomie-Treffpunkt. Mehr Besucher denn je wollten dem Himmel ein Stück näher sein.

Dass auch der Hochsommer eine gute Zeit ist, um Wunschzettel abzuarbeiten, bekamen die Veranstalter der Sternschnuppennächte am Freitag und Samstag leibhaftig zu spüren. Für Tausende von Nachtschwärmern gab es an beiden Tagen nur ein Ziel: den 855 Meter hohen Zollerberg. "Es ist das wohl bestbesuchteste Wochenende seit der Premiere im Jahr 2010", freute sich Burgverwalterin Anja Hoppe. Bereits kurz nach 20 Uhr zog sich am Samstag eine Autoschlange bis zur Abzweigung Zimmerner Halde. Nicht lange darauf waren die Burgparkplätze komplett belegt. Wer es schließlich geschafft hatte, auch noch die Schlange vor der Kasse zu überwinden, wurde belohnt – sowohl mit einem exklusiven Blick auf die glühenden Glücksboten als auch mit einem stimmigen Begleitprogramm.

Im Burghof fiel mit Einbruch der Dunkelheit der Startschuss für eine Lasershow, bei der die mächtigen Türme des altehrwürdigen Gemäuers in ein magisches Licht gehüllt waren. Die auf der Fassade tanzenden Farbenkreise, die abwechselnd verschiedene Ornamente bildeten, sind immer wieder faszinierend anzuschauen; ganz besonders wenn man wie Familie Meierhofer aus Esslingen zum ersten Mal von der Burg aus gen Himmel blickt. "Ein außergewöhnliches Erlebnis", schwärmten sie. Rechtzeitig hatten sie sich einen Platz im Innenhof gesichert und schlürften dort, untermalt von sphärischen Klängen, entspannt ihre Cocktails.

Auch für Stammgäste gibt es immer wieder Neues zu entdecken. Passend zum Motto der Veranstaltung erklärten Rolf Bitzer und Alexander Merkle von der Sternwarte Zollernalb in Brittheim den Besuchern, was Sternschnuppen sind, wie sie entstehen und wo man sie am besten sehen kann. Nicht nur ihr Vortrag, sondern auch die mitgebrachten Meteoritenstücke stießen auf enormes Interesse – schließlich hat man nicht alle Tage die Gelegenheit, eine echte Sternschnuppe anzufassen. Abgerundet wurde das magische Ambiente durch die Auftritte von World-Champion-Illusionist Julius Frack und Kristall- und Feuerkünstler Ruven Nagel.

So mancher Besucher nutzte die Sternschnuppennächte auch zu einem geschichtlichen Exkurs durch die Prunkräume der Burg. Wer nach dem königlichen Flanieren Hunger verspürte, war im Biergarten oder im Kutschenhof gut aufgehoben, wo den Gästen schon von weitem Pizzaduft in die Nase wehte. Zu späterer Stunde war dann Zeit, um innezuhalten. Immer mehr Sternschnuppenjäger zogen sich in die romantischen Winkel auf der Bastei zurück. Wer sich jetzt noch keinen Wunsch überlegt hatte, musste schnell handeln, denn gegen 23.30 Uhr wurde das Licht abgeschaltet und es bot sich ein fantastischer Blick auf den Nachthimmel.