Hechingen

Rolltreppen und Single-Mittagstisch

von Klaus Stopper

Hechingen hat eine neue Managerin: Claudia Stelzig heißt sie, und ihre Aufgabe die nächsten Jahre soll es sein, das Sozialgefüge in der Oberstadt zu stärken, das Leben für Senioren, junge Familien und einfach alle Einwohner dort lebenswerter zu machen.

Hechingen. Bezahlt wird ihre Stelle zum Großteil durch Landeszuschüsse. "Quartier 2020", unter dem Namen spendiert die Landesregierung Geld für Projekte, die das Sozialgefüge in Kommunen stärken sollen, und Hechingen ist eine der Gemeinden, die da zugeschlagen hat. Und die hat sich für den Abend einen langen Namen ausgedacht: "Wir in der Oberstadt – Lebens und Freiräume entwickeln". Aber der Name soll eben auch schon erklären, was man vorhat. Denn wenn bislang von der Oberstadt die Rede ist, geht es meist um Parkhäuser, Wohngebäude, Ladenlokale. Jetzt kommt eine Initiative, die stattdessen das Sozialgefüge dort verbessern soll, das Wohlgefühl verstärken, ein Oberstädtler zu sein.

Was dieses Gefühl ausmacht? Das wollten beim Auftakt-Informationsabend am Dienstag in der Stadthalle ziemlich viele Hechinger wissen. Die Stuhlreihen waren gut gefüllt, die Stimmung neugierig.

Ein Abend für neue Ideen, nicht zum Meckern

Nach der Begrüßung von Seiten der Stadt, die Träger des Projekts ist, und der Caritas, die als Partner mit im Boot ist, übernahm Martin Link als Moderator das Kommando und stellte zunächst mal Claudia Stelzig vor, die seit sechs Wochen Hechinger Quartiersmanagerin ist.

In einer auf mindestens fünf Jahre angelegten Vollzeitstelle wird sie versuchen, einige der Wünsche der Oberstadt-Hechinger erstens herauszufinden und zweitens vielleicht sogar umzusetzen.

Aber was für Wünsche sind das? Dazu wurden fünf Arbeitsgruppen gebildet, die sich zu Themenfeldern Gedanken machen sollten. Wie kann man als im Alter und bei Pflegebedürftigkeit alleine in der Stadt wohnen bleiben? Wie können mehr Treffpunkte in der Stadt geschaffen werden? Wie kriegt man Einkaufsmöglichkeiten für Lebensmittel in die Oberstadt? Wie soll das Wohnen dort aussehen? Wie kann die Mobilität und Barrierefreiheit dort verbessert werden.

Die Gespräche waren lebhaft. Den Hinweis, das sei kein Abend zum meckern über die aktuelle Situation sondern einer, neue Ideen zu entwickeln, wurde nicht immer beherzigt. Viele Notizzettel wurden von den Moderatoren an diesem Abend mit Ideen vollgeschrieben. Sie sollen nun ausgewertet und dann in einem Bericht vorgestellt werden.

Ein paar besonders interessante Ideen wurden aber dann von Martin Link doch noch preisgegeben. Ein Mittagstisch für Singles in der Oberstadt, Einkaufsdienste für Senioren, Haustierversorgung, wenn man überraschend in eine Klinik muss, Gemeinschaftswohnen, sogar Pflegewohngemeinschaften wurden genannt. Markthalle oder Bioladen, ein mobiler Rewe – viele Vorschläge also.

Irgendwie bekannt kam einem die Idee vor, endlich mal eine durchgehende Rolltreppe von der Unterstadt zur Oberstadt zu bauen.

Wie geht es weiter? Am Mittwoch, 3. Juli, ist das nächste Treffen. Dann werden die Ideen präsentiert und weiter konkretisiert. Dann wird es noch zwei, drei weitere Treffen geben, und im Frühjahr 2020 soll dann dem Gemeinderat vorgelegt werden, was man tun könnte, um die Oberstadt-Bewohner zufriedener und glücklicher zu machen.