Hechingen

Riesenherz für Fred Wests Hochzeit

von Klaus Stopper

Die Festhandlung – eigentlich beginnt sie schon am frühen Abend, wenn die Einwohner sich auf dem Marktplatz zum Plausch treffen. Stunden später, nach einer tollen Aufführung, haben alle einen beglückenden Abend erlebt.

Hechingen. Leute treffen, der Stadtkapelle zuhören, der Siedershof-Gruppe aus Schwäbisch Hall zusehen, am Kiosk ein Bierchen trinken – in gehobener Vorfreude füllte sich am Samstagabend wieder der Marktplatz zur Festhandlung.

Nervös warteten die Grundschulkinder mit ihren Lampions schon bei der Villa Eugenia auf den Startschuss zum Umzug, der die Aufführung eröffnet. Dann folgte der Reigen bunter und auch herzergreifender Szenen die Bürgerdamen in Reifröcken tanzen lassen, die Gansfuß-Sage erklären und nicht zuletzt die Geschichte der Auswanderung von Hechingern in die USA schildern. Fred West, ein Hechinger Friseur, war vor über 100 Jahren nichts anderes als ein Armutsflüchtling, auch daran wurde erinnert. Sein berufliches und privates Glück – die Hochzeit in diesem Jahr mit einem riesigen Leuchtherz sehr schön inszeniert – aber auch der Tod seiner Tochter und Frau gehen in dieser Aufführung nahe. Aber der Tod seiner Tochter war letztlich der Anstoß für ihn, seiner Heimatstadt Geld zu stiften, mit dem diese Kinderfeste ausrichten ließ. Bis heute lebt diese Tradition fort und macht Jahr für Jahr nicht nur Kinder glücklich.