Hechingen

Gesamtwehrübung in grüner Idylle

von Klaus Stopper

Das war mal ein schöner Feuerwehreinsatz, auch wenn der Hintergrund sehr ernst ist. Auf einem Bauernhof im Schamental bei Boll fand am Samstag die Hauptübung der Hechinger Feuerwehr statt.

Hechingen-Boll. Viele Zuschauer kamen, und allein schon der Spaziergang hinaus in eine der schönsten Ecken von Hechingen war ein Genuss.

Dass es aus der Scheune des Bauernhofs raucht, beunruhigt niemanden. Übungsrauch. Eine Nebelmaschine sorgt für ein realistisches Bild der Übungsidee: Stroh hat sich entzündet, Leute vor Ort wollten löschen, werden aber im Rauch ohnmächtig.

Das war die Notfallmeldung, die bei der Leitstelle einging. Was genau ist los? Wie viele Verletzte? Keine Ahnung. Nur Minuten später kommt das Boller Feuerwehrfahrzeug angebraust. Lage erkunden, Menschen retten – das ist zunächst das Wichtigste. Atemschutzgeräte anlegen, Rettungsschläuche auslegen, rein in den Schuppen. Ruhig und zügig geht das zu. Was für Mut es im Ernstfall braucht, in ein brennendes, verrauchtes Gebäude reinzugehen, kann man sich angesichts des dichten Qualms gut vorstellen.

Dann treffen weitere Einsatzfahrzeuge ein. Hechinger Drehleiter, mit der Verletzte vom Dachboden gerettet wurden, und Wechsellader Schaum/Wasser, ein Lastwagen mit Containeraufsatz, der 7000 Liter Wasser plus Schaummittel an Bord hat. Dazu ein weiteres Fahrzeug mit 2000 Litern. "Das reicht für eine halbe Stunde löschen", erklärt ein Feuerwehrmann vor Ort.

Die Zeit ist wichtig, denn der Bauernhof hat nur eine normale Wasserversorgung, viel zu wenig für einen Löscheinsatz. Der nächste Hydrant steht in Boll, und es dauert natürlich etwas, bis die weiteren eintreffenden Feuerwehrabteilungen die über zwei Kilometer lange Schlauchleitung von dort bis zum Einsatzort verlegt haben. Da die Hechinger Kapazitäten hier knapp sind, wird noch die Rangendinger Feuerwehr dazugeholt. Wasser marsch. Am Bauernhof wird allerdings auf eine Wiese gespritzt, sonst könnte leicht der Schuppen beschädigt werden. Mittlerweile wuselt es auf dem Bauernhof vor Einsatzkräften.

Viele Dinge werden an diesem Tag geübt. Kommunikation per Digitalfunk, Einsatz mit Atemschutz, Drehleiterfahren in engen Situationen, Wasserversorgung koordinieren, Übergabe von Verletzten an das Rote Kreuz.

Nach einer Stunde ist die Übung vorbei. Für die Zuschauer bleibt das beruhigende Gefühl: Auf diese Rettungskräfte kann man sich im Notfall wirklich verlassen.