Hechingen

Ein trautes Heim für die Tennisgäste

von Bernd Ullrich

Von der ersten bis zur dato letzten Auflage der Hechinger boso Ladies Open, sind Dieter und Gisela Weigold als Gastgeber für Spielerinnen mit dabei.

Hechingen. Eigentlich brauchte Annerose Frommer, für die Unterkunft und Unterbringung der Spielerinnen während der Ladies Open zuständig, bei Familie Weigold gar nicht anrufen. Aber der Höflichkeit und Wertschätzung gehorchend, tut sie es dennoch und kennt die Antwort schon vorher. "Natürlich nehmen wir wieder ein oder zwei von den Mädchen", erhält sie dann von Dieter und Gisela Weigold als Antwort.

Das war von Anfang an so. Beherbergten sie früher nur eine Spielerin, sind es seit zehn Jahren zwei. Für das Ehepaar, langjähriges Mitglied des Vereins, war das schon vor 21 Jahren keine Frage. "Wir haben Platz, und wir möchten das einfach so", sagen die beiden unisono.

Spielerinnen kommen aus aller Herren Länder

Es ist einfach ihre Art, sich innerhalb des Clubs ehrenamtlich einzubringen. Und damit sind sie nicht allein, denn gerade bei dem großen Turnier sieht man, wie viele Leute sich ohne einen Cent Bezahlung einklinken und einfach zur Stelle sind, wenn es gilt.

Die Spielerinnen, die bisher bei der Familie Weigold logierten, kommen aus aller Herren Länder, sowohl aus Europa, als auch dem außereuropäischen Raum. Manche Spielerin kam auch schon über mehrere Jahre wie etwa Lydia Steinbach. Zu mancher Spielerin hat man auch über Jahre Kontakt, sogar bis Australien. Einiges hat sich im Laufe der Zeit geändert.

"Die Mädchen und jungen Frauen sind gesundheits- und ernährungsbewusster geworden, und Alkohol spielt in aller Regel für sie keine Rolle. Seit zwei, drei Jahren kommen die Spielerinnen auch verstärkt mit dem eigenen Auto", stellt Gisela Weigold fest. "Und sie sind alle sehr zielstrebig", ergänzt ihr Mann, "in der Regel ziehen sie sich gegen 21 Uhr zurück und gehen früh zu Bett."

Die Weigolds haben bisher mit ihren Gästen nie Probleme gehabt. Die Mädchen sind unkompliziert, bescheiden und dankbar. Sie bekommen einen Hausschlüssel, den sie am Ende ihres Aufenthaltes wieder abgeben. Und sie verlassen ihre Zimmer stets aufgeräumt.

"Unser Vertrauensvorschuss wurde nie enttäuscht", bestätigen beide Eheleute und meinen gleichzeitig, dass alles viel professioneller geworden sei. Dieter Weigold, der dem Fahrdienst angehört, und pro Tag in Spitzenzeiten 15 bis 20 Touren durchführt, hat noch ein Lob für die Spielerinnen parat. "Ich habe die Erfahrung gemacht, dass sie sehr pünktlich sind."

Übrigens, die Unterhaltung daheim und auch im Auto erfolgt mit denen, die der deutschen Sprache nicht mächtig sind, auf Englisch. "Und das klappt auch ganz gut." Für beide Seiten sieht es nach einer Gewinnsituation aus. Gastgeber und Gast erweitern ihr Wissen und ihre Erfahrung im Umgang mit anderen Menschen und Kulturen.