Hechingen

Die Stadt restauriert den jüdischen Friedhof

von Schwarzwälder-Bote

Hechingen. Der jüdische Friedhof in Hechingen soll Zug um Zug wieder zugänglich gemacht werden. Die stufenweise Restaurierung beginnt am Montag.

Aus Gründen der Verkehrssicherheit ist der jüdische Friedhof seit einigen Jahren für Besucher gesperrt. Sorgen bereiten die Standsicherheit einzelner Grabsteine, die Schäden an der Umfassungsmauer und zum Teil der Baumbestand.

Den Friedhof zumindest teilweise wieder zugänglich zu machen, ist das Ziel der Stadt. Bürgermeisterin Dorothea Bachmann traf sich bereits im vorigen Jahr mit Landesrabbiner Netanel Wurmser und jetzt ein weiteres Mal, um die Möglichkeiten auszuloten. An der Besprechung nahmen auch Fachleute teil. Die Arbeiten wurden erörtert und beschlossen.

Am Montag, 30. September, wird mit der Instandsetzung begonnen: Die Revierförsterei wird eine ganze Reihe pilzbefallener Eschen fällen und das Buschwerk zurückschneiden. Als nächstes stehen die Standsicherheitsprüfung und gegebenenfalls die Sicherung der Grabsteine bevor. Aufwändiger wird die Sanierung der im Hangbereich zum Teil eingestürzten Friedhofsmauer, die abschnittsweise über mehrere Jahre restauriert werden soll.

Für die Instandsetzung hat das Land Baden-Württemberg in diesem Jahr einen Zuschuss in Höhe von 42 000 Euro bewilligt. Für die Sanierung der Mauer sollen weitere Fördermittel beantragt werden.

Der jüdische Friedhof am Fichtenwald wurde wahrscheinlich Mitte des 17. Jahrhunderts angelegt. 1764 erteilte Fürst Joseph Wilhelm die Erlaubnis, den Friedhof einzuzäunen, im Jahr 1800 wurde die Friedhofsmauer fertig gestellt.

Heute hat der Friedhof mehr als 1000 Grabsteine. Gräber und Grabsteine auf jüdischen Friedhöfen werden nicht eingeebnet oder abgeräumt. Grund ist der jüdische Glaube an die Auferstehung der Toten nach dem Eintreffen des Messias.