Hechingen

Blutet Stadt durch Ärztezentrum aus?

von (kla)

Hechingen - Die Freien Wähler befürchten ein "weiteres Ausbluten" durch Neubaupläne im Ärztezentrum am Fürstengarten (ehemalige Kreisklinik). Darauf machten sie am Donnerstag in der Gemeinderatssitzung unter "Verschiedenes" aufmerksam.

Für die bislang provisorisch im Container untergebrachte Apotheke soll ein Gebäude erstellt werden. Das soll auch Platz für eine Arztpraxis haben, und ein bislang in der Oberstadt praktizierender Hautarzt würde da gern reinziehen, weil seine Praxis im Obergeschoss nicht durch Aufzug erreichbar ist. Ein Problem für betagte Patienten.

Die Freien Wähler sind allerdings dafür, dem Arzt diese Möglichkeit zu verbauen und über den Landkreis zu erreichen, dass das Apothekengebäude ohne Arztpraxis gebaut wird. Ihre Hoffnung ist wohl, dass der Arzt dann notgedrungen in der Oberstadt bleibt.

Der Stadt sei eine gute Facharztversorgung wichtig, eine funktionierende Oberstadt aber auch, erklärte der Erste Beigeordnete Philipp Hahn. Der Landrat sei in dieser Sache angeschrieben worden. Die Antwort stehe noch aus. Den Kreisräten im Gremium stehe es frei, hier über dieses Gremium Einfluss zu nehmen.

Außerdem sprachen die Freien Wähler auch das Thema Obertorplatz an. Wie denn der Stand des Rechtsverfahrens sei, wollten sie wissen. Philipp Hahn verwies auf den Gemeinderatsbeschluss, dass ein Vergleich mit der Klaiber-Wirtefamilie abgelehnt wird und dass man ein Urteil anstrebt. Der Anwalt der Stadt sei beauftragt, sich nach einem Urteilstermin zu erkundigen. Antworten gebe es derzeit aber noch nicht.

Wie in unserer Zeitung kürzlich berichtet, wollen die Freien Wähler zudem im ersten Halbjahr 2018 das Thema Obertorplatz grundsätzlich noch einmal im Gemeinderat diskutieren, falls bis zum Jahreswechsel keine Entscheidung fällt, machte Fraktionssprecher Werner Beck deutlich. Das habe seine Fraktion bereits im Rahmen der Haushaltsberatung zum Jahresanfang angekündigt.

Die Frage, was der Gemeinderat am Obertorplatz will, müsste dann "ergebnisoffen" und unter Berücksichtigung aktueller Kostenerwartungen diskutiert werden. Möglicherweise werde das bei einer Klausurtagung erfolgen.