Hechingen

Auf den Spuren der Römer in Stein

von Patrick Merk

Die Kinderbuchautorin Bettina Eikemeier aus Bodelshausen verwendet für ihre Bücher historische Schauplätze in der Region. In ihrem neuesten Buch "Zu den Römern und zurück" wird ein Mädchen bei einem Besuch der Villa Rustica in die Zeit der Römer in Hechingen-Stein versetzt.

Hechingen. Nach der Begegnung mit einem römischen Jungen bei einer Klassenfahrt zur Villa Rustica in Hechingen-Stein wird Hannah in die Zeit versetzt, in der die Römer das Land besetzten. Um zurück in die Gegenwart zu gelangen, soll die Protagonistin eine Aufgabe lösen: Sie muss die Bewohner in der entscheidenden Schlacht vor einem Angriff der Alemannen retten.

Dies ist der Stoff des zweiten Buches der 43-jährigen Autorin, einer Lehrerin, geschrieben für eine junge Leserschaft. Ihr erstes Buch, ein Kinderkrimi, handelte auf der Burg Hohenzollern. Auslöser dafür war die Frage ihres Sohnes Ben, warum die Burg noch heute so gut aussehe. Da wurde ihr klar, dass es interessant wäre, mehr Wissen über die Burg für Kinder zu vermitteln. Und auch auf die Idee für das neue Buch, dessen Schauplatz die weniger bekannte Villa Rustica ist, kam sie durch ihren Sohn. Der sei in einer "Asterix-Phase" gewesen, sagt Bettina Eikemeier. Dort spielen die Römer eine wichtige Rolle.

Also fing sie an, über die Römer in der Region zu recherchieren, wobei die Villa Rustica sich als Ausgangspunkt anbot. Allerdings gab es nicht so viel Stoff wie für die Burg Hohenzollern. Dadurch konnte die Autorin allerdings kreativ sein und ihrer Phantasie freien Lauf lassen. Denn bis heute ist es ungeklärt, welche Funktion die zufällig entdeckte Villa zur Zeit der römischen Besatzung hatte. Vieles deutet darauf hin, dass es eine Raststation oder ein Bauernhof war. Untypisch wäre dabei aber der Tempelbezirk, der auf weitere Funktionen hinweist.

Kreative Energie loswerden

Den Lageplan samt Latrinen hat Eikemeier zwar übernommen. Aber bei der Recherche blieb einiges unklar. Es galt dann vor allem, die relevanten Themen für Kinder herauszufinden. Diese interessieren sich vor allem dafür, wie die Menschen in der Vergangenheit ohne Handys lebten oder welche Rolle Mädchen in dieser Zeit spielten. Historische Jahreszahlen spielen für die junge Zielgruppe, die sie stets konkret vor Augen habe, keine so große Rolle, ist sie überzeugt.

Davon, dass sie einen renommierten Verlag im umkämpften Kinderbuchmarkt gefunden hat, sei sie "geflasht". Ursprünglich schrieb sie, die sich selbst als "Leseratte" bezeichnet, nur für ihre Kinder zur Entspannung und um ihre kreative Energie loszuwerden.

Dass daraus mehr geworden ist, darüber freut sie sich. Über ihre Ziele gibt sie sich bescheiden. Ihr Ziel sei erreicht, wenn ihr Buch gerne gelesen werde. Die Kinder seien ihrer Ansicht nach über Bücher auch im Zeitalter der sozialen Medien noch gut erreichbar. Für die Zukunft könnte sie sich vorstellen, auch für Erwachsene zu schreiben.