Hausach

Im Land der klimatischen Extreme

von Schwarzwälder Bote

Die Live-Multivision "Namibia – Leben in extremer Landschaft" in der Stadthalle Hausach beschäftigt sich mit der Anpassung an extreme Lebensbedingungen. In Namibia sind das glühende Hitze, jahrelange Trockenheit, Kälte sowie Wind und Nebel.

Hausach (red/cko). Die Multivisions-Show des Fotografen Josef Niedermeier in der Reihe "Kinzigtal Weltweit" findet laut einer Mitteilung am Freitag, 26. Oktober, statt.

Der Zoologe und Filmemacher Niedermeier und der Wildtierbiologe Sigfried Weisel haben die Härte Namibias am eigenen Leib zu spüren bekommen: Kälte bis in zweistellige Minusgrade, Eisregen, Gluthitze bis 45  Grad, Tag-Nacht-Temperaturschwankungen von über 30 Grad und ext­reme Trockenheit bestimmten den Drehalltag.

Chamäleons und Wüstenelefanten, 1000-jährige Pflanzen in der Pränamib, riesige Flechtenfelder an der Küste, Salzpflanzen, Käfer im tiefsten Dünensand und Webervogelnester mit Tausenden von Bewohnern dokumentieren in eindrucksvollen Sequenzen die vielfältigen Überlebensstrategien der Flora und Fauna an extreme Bedingungen.

Die Menschen müssen sich schon immer anpassen

Auch die Menschen mussten sich dem Lebensraum anpassen. So zeigt der Fotograf auch das Leben der Farmer im trockenen Süden. Thorsten Theile gelingt mit dem Namtib Biosphere Reserve eine nachhaltige Nutzung nach ökologischen Gesichtspunkten. Jörg Gaugler hat eine Schafsrasse gezüchtet, die an die Extreme angepasst ist.

Jörn Miller von der Farm Auburus nutzt die natürlichen Ressourcen unter anderem durch die Ernte des Hoodia-"Kaktus". Er setzt überdies anatolische Hütehunde ein, um seine Nutztiere zu schützen. Eine Tötung von Schakalen und Leoparden ist somit unnötig. Auf Namtib sorgt eine zugelaufene Zebrastute für den Schutz der Rinder.

Eine der ältesten Volksgruppen der Menschheit, die San – auch Buschleute genannt – wurde ihrer Wurzeln und ihres natürlichen Lebensraumes beraubt und ist in größter Gefahr, ihre Identität zu verlieren. Die Multivision zeigt die wertvolle Arbeit der Ombili-Stiftung, die den San hilft, sich in der "neuen Welt" zurecht zu finden.

Im weltabgeschiedenen Kaokoveld lebt eines der letzten halbnomadischen Völker Afrikas – die Himbas. Dieses Volk hat sich perfekt an das Leben unter den extremen Bedingungen im Norden Namibias angepasst.

Faszinierendes Reiseland mit großer Fülle an Landschaften

Namibia ist nicht nur ein Land der klimatischen Extreme – es ist auch ein sehr schönes und faszinierendes Reiseland. Das Kaokoveld und das Damaraland offenbaren viele Landschaften, die mit ihrer Weite und Stille enorme Anziehungskraft ausüben. Die Hexenringe sind nur eines der Geheimnisse, denen das Filmteam auf der Spur war.

Die Bilderreise führt durch die Namibwüste, die älteste Sandwüste der Welt. Auch die Pränamib, die Kieswüste, offenbart am Kuisebfluss einen Einblick in die Vorgänge bei der Ausbreitung von Wüsten.

Das Team richtet den Fokus auch auf die Tierwelt Namibias. In den bekannten Nationalparks Namibias fing es einzigartige Eindrücke ein: ein Nashorn bei der Eroberung eines Wasserlochs gegen fünf Elefantenbullen, Löwen beim Töten eines Schakals und Elefanten in der Wüste. Neben den berühmten Nationalparks – Etosha, Namib-Naukluft, Skelettküste – wurden auch weniger bekannte Nationalparks dokumentiert, die das Bild eines ursprünglichen und unberührten Namibias zeigen.

Nicht nur die Big-Five Afrikas steht im Fokus, sondern auch viele unbekannte Tiere Namibias beispielsweise Giftschlangen, Chamäleons und Schwarzkäfer zeugen von der perfekten Anpassungsfähigkeit dieser Lebewesen an ihren Lebensraum.