Hausach

Ein Abschied mit Wehmut und Erleichterung

von Schwarzwälder-Bote

Hausach (cr). "Exsultate, jubilate" – zu deutsch "Jauchzet, jubelt" ist der Titel des 14. Konzert zum Mauritiusfest am Sonntag, 24. September. Wenig Grund zum Jubeln ist allerdings die Tatsache, dass es das letzte seiner Art sein soll. "Das hat vor allem zeitliche Gründe", erklärt Uhl, der zwar gebürtiger Hausacher ist, aber mittlerweile als Münsterkantor auf der Insel Reichenau arbeitet. Das jährliche Konzert zum Mauritusfest, das seit 2003 regelmäßig stattfindet, falle immer auf Mitte bis Ende September – die einzige Zeit, in der Uhl die Möglichkeit hat, mit seiner Familie Urlaub zu machen oder freie Zeit mit ihr zu verbringen. "Sonst fallen alle Schulferien ja immer mit kirchlichen Feiertagen zusammen", erklärt er.

Da Uhl die Veranstaltung meistens vollkommen allein organisiert hat, war der Aufwand auch jedes Mal enorm. Zwar hat er das Konzert 2014 und 2015 in Zusammenarbeit mit dem Astragalos-Chor gestaltet, "aber diese Zusammenarbeit war nicht auf Dauer ausgelegt", so Uhl. Was er aber schon sagen könne, sei, dass der Chor seine Konzerte 2018 auf den Termin des Mauritiusfestes gelegt habe – ganz ohne Musik muss es zumindest im kommenden Jahr also nicht auskommen.

An sein erstes Mauritus-Konzert 2003 kann sich Uhl noch gut erinnern. "Die Idee dazu hatte ich im Rahmen meiner Abschlussprüfung des Studiengangs ›Schulmusik‹ an der Musikhochschule Karlsruhe", erzählt er. "Ich habe Pfarrer Gerhard Koppelstätter gefragt, ob ich mein Klavier-Prüfungsprogramm sozusagen als Generalprobe als Konzert in der Dorfkirche aufführen dürfte." Bei der Suche nach einem Termin kam ihnen die Idee in den Sinn, das Konzert auf den Abend des Mauritiusfestes zu legen.

Das erste Konzert drohte jedoch zum Desaster zu werden, denn zwei Tage vor dem Termin erkrankte der Sänger. Doch Uhl fand mit Daniel Roos Ersatz. Statt eines Liederabends wurde den Zuhörern zwar ein zwei- und vierhändiges Klavierkonzert präsentiert, doch das tat deren Begeisterung keinen Abbruch. "Und das, obwohl wir erst ein paar Stunden zuvor mit dem Proben angefangen hatten", erinnert Uhl sich lachend.

Wollte Uhl die Konzerte anfangs noch möglichst abwechslungsreich gestalten – von Streichkammermusik über geistliche Gesänge bis hin zu Liederabenden – gab er später häufig Orgelkonzerte, um den organisatorischen Aufwand geringer zu halten. Trotzdem waren sie qualitativ immer hochwertig und das Publikum begeistert. Als "sehr offen und wohlwollend" beschreibt Uhl seine Zuhörer in Hausach. "Es gab viele treue Konzertbesucher, die fast jedes Mal kamen."

Sie sind wohl ein Grund, warum er die Konzertreihe mit Wehmut aufgibt. Denn auch wenn er Erleichterung verspürt, dass der Terminzwang aufhört: "Die Reihe ist mir ans Herz gewachsen", so Uhl. Ein richtiger Abschluss sei ihm aus diesem Grund wichtig gewesen. Diesen soll die Reihe mit "Exsultate, jubilate – Arien und Orgelwerke aus Klassik und Barock" mit Nina Schulze (Sopran) am Sonntag, 24. September, um 16 Uhr in der Dorfkirche finden.