Haslach i. K.

"Jetzt ist wieder Ruhe eingekehrt"

von Lisa Kleinberger

Haslach - Viel Lob hat es am Donnerstagabend für Gemeinderat und Caritasverband gegeben. Anlass war ein Empfang zur Fertigstellung des Anbaus des Haslacher Alfred-Behr-Hauses (ABH).

Detlef Kappes, Geschäftsführer des Caritasverbands Kinzigtal, begrüßte im neuen Anbau die anwesenden Gäste aus Stadtverwaltung und Gemeinderat, die "anschauen und erleben können, was hier passiert", wie er sagte. Er dankte dem Gemeinderat für die "kluge Entscheidung zur Erweiterung" und dafür, dass sie den Weg auch weiter mit der Cartitas gehen wollten.

Kappes erinnerte an die Anfangszeit der engen Zusammenarbeit zwischen dem Verband und der Stadt Haslach. Hinter dem Erstkontakt vor etwa 15 Jahren hätte die Vision gestanden, das Angebot der Caritas in einem Zentrum zu bündeln. Auch die Anforderung aus der Landesheimbauverordnung, Wohngruppen einzurichten, hätte das ABH bereits vorher erfüllt. Lediglich die Anzahl der Einzelzimmer sei ein Knackpunkt gewesen. "Dank des Anbaus mit seinen acht zusätzlichen Zimmern entspricht unser Pflegeheim der Verordnung nun voll", freute sich der Geschäftsführer.

Während Kappes sich sicher war: "Eine Einrichtung wie diese hier gibt es in keiner anderen Stadt von der Größe Haslachs", bestätigte Bürgermeister Philipp Saar diese Aussage in seiner kurzen Ansprache. "Was wir hier vor Ort haben, ist einzigartig." Er wolle sich jedoch nicht mit fremden Federn schmücken und dankte daher ebenfalls nachdrücklich dem Gemeinderat für die "kluge und weise Entscheidung", das ABH zu erweitern.

Heimleiterin Katja Rambach blickte auf die einjährige Bauzeit zurück. "Jetzt ist wieder Ruhe eingekehrt", freute sie sich über das Ende des Baulärms. Der Umbau habe auch eine konzeptionelle Änderung zur Folge, so könne das ABH nun über mehr Peronal verfügen und habe ab Montag eine zweite Nachtwache. Auch die Essgruppe wurde verlegt und hinsichtlich einer neu eingerichteten Sitzecke freute sie sich, dass diese von den Bewohnern sofort sehr gut angenommen wurde. "Kaum war das Sofa aufgestellt, haben die Bewohner es schon wieder umgestellt" – mit Blickrichtung auf die Straße.

Den Alltag mit allen Sinnen erfahren

"Wir wollen unseren Bewohnern im ABH einen geborgenen Rahmen bieten", führte die Heimleiterin aus. Kleine Wohngruppen und die Möglichkeit, den Altag mit allen Sinnen zu erfahren – etwa durch das Kochen mit einer Alltagsbegleitung – würden diesen schaffen. "Die Senioren dürfen bei uns beispielsweise auch so lange schlafen, wie sie möchten", erklärte Rambach. "Wir wollen ihnen ein Leben ermöglichen, wie sie es zu Hause auch gelebt hätten."

Die katholischen und evangelischen Pfarrer Helmut Steidel und Christian Meyer segneten das ABH gemeinsam. Sie wünschten allen Beteiligten ein weiterhin gutes Arbeiten.

Im Anschluss hatten die Gäste noch die Möglichkeit, die neuen Räume zu besichtigen. Zwei der Zimmer sind bereits belegt. In zweien hatten die Mitarbeiter des ABH eine Beispieleinrichtung für ein Schlaf- und ein Wohnzimmer aufgestellt, eine Wohngruppe im Stock darüber konnte ebenfalls in Augenschein genommen werden. Die Gemeinderäte waren beeindruckt vom großzügigen, freundlich anmutenden Bau.

Info: Kosten

Das Alfred-Behr-Haus, eine stationäre Pflegeeinrichtung unter Trägerschaft der Caritas in Haslach, wurde im Jahr 2008 eröffnet. Für gut ein Jahr war im ABH nun Werkeln und Baustellenbetrieb angesagt: Als Reaktion auf die Landesheimbauverordnung hatte die Stadt beschlossen, einen Anbau zu realisieren. Rund 1,4 Millionen Euro hat das Projekt gekostet, wie Hauptamtsleiter Adrian Ritter am Freitag auf Anfrage des Schwabo mitteilte.