Hardt

Mysteriöses beim Flaigbauernhof

von Martin Dold

Es gibt so einige Geschichten und Geheimnisse, die im Laufe der Jahre aus dem Wissen der Menschen zu verschwinden drohen. Bei einer Kapellen- und Feldkreuzwanderung können Interessierte Spannendes aus zum Teil längst vergangenen Tagen erfahren.

Hardt. Die Basisinformationen: Start ist am Sonntag, 16. Juni, um 13 Uhr an der Kirche. Die Führung haben Xaver Klausmann und Reinhold Broghammer inne. Die Strecke ist 10,5 Kilometer lang, die Rückkehr ist für 18 Uhr eingeplant. Die Veranstalter empfehlen gutes Schuhwerk und ein Rucksackvesper. Getränke wird es an zwei Stationen geben. Die Wanderung findet bei jedem Wetter statt.

Xaver Klausmann ist "geladen" mit Informationen, die er gerne preisgeben wird. Die Führung ist ein Teil des Kirchenjubiläums, das das gesamte Jahr über mit mehreren Veranstaltungen begangen wird. Nach einer "Nacht der offenen Kirche" und dem Adonia-Musical folgen unter anderem ein Kirchenkabarett am 21. September und das Jubiläumskonzert des Kirchenchors am 24. November.

Reinhold Klausmann kennt jedes Wegle

Im Festausschuss, sagt Klausmann, sei man rasch auf das Thema der Kapellen- und Feldkreuzwanderung gekommen. Schnell war auch Reinhold Broghammer mit im Boot: "Da er im Schwarzwaldverein ist, kennt er jedes Wegle", so Klausmann, was durchaus hilfreich sei bei so einer Führung.

Viele der Informationen zu den Kapellen und Feldkreuzen entstammen dem Hardter Heimatbuch von Alfons Brauchle, aber auch dem seltenen "Heimatbuch Hugswald", von dem es nur noch wenige Exemplare gibt. Dieses wurde 1947 vom damaligen Pfarrer Zeyer aus Mariazell erstellt – und zwar "zum 400. Jahresgedenken, dass Rochus Merz von Staffelfelden 1547 die Freiherrschaft von Schramberg angetreten hat", wie der Einband des Buchs besagt.

Zu viel sei an dieser Stelle noch nicht verraten, was bei der Führung erzählt wird. Eins ist aber sicher: Es wird überraschende und mysteriöse Entdeckungen geben, beispielsweise unweit des Flaigbauernhofs im Hugswald, der 1981 abgebrannt ist.

Bereits zuvor hat Xaver Klausmann ein Heimspiel, wenn er über die Bascheshof-Kapelle berichtet. Interessantes wird es zum Feldkreuz im Hugswald oder an der Mariazeller Straße zu berichten geben, das sich bereits auf Gemarkung Mariazell befindet. Dieses wurde im Zuge des Straßen- und Radwegebaus vor wenigen Jahren von der einen auf die andere Straßenseite versetzt. Da Hardt und Mariazell eine Seelsorgeeinheit bilden und in früheren Zeiten Öschprozessionen von Hardt nach Mariazell stattfanden, macht es durchaus Sinn, die Wanderung auch auf das Gebiet der Nachbargemeinde auszudehnen. Erwin Flaig, besser bekannt als "Fidele", wird über die Kapelle und das Feldkreuz beim Fideliusbauer im Burschachen berichten.

Durch das Feurenmoos führt die Wanderung zum Steinkreuz beim Kasperleshof am Friedrichsberg. Dieses wurde bei einem schweren Verkehrsunfall demoliert und wieder neu aufgebaut.

Zweiter Teil folgt am 20. Oktober

Weiter geht es zum nahe gelegenen Wanger­hof. Dort gibt es ein weiteres, in Hardt einmaliges Kleinod zu sehen: eine Hauskapelle – die in das Gebäude integriert und von außen nicht zu erkennen ist. Sie hat einen traurigen Hintergrund, der bei der Führung zur Sprache kommen wird.

Dort gab es 1988 eine Maiandacht, ansonsten wird sie überwiegend von der Familie Ganter genutzt. Siegfried Hafner hat sich verdient gemacht, indem er die Figuren vor Jahren wieder bemalte und in schönem Licht erstrahlen lässt. Eine letzte Station ist am Kreuz beim Reuterhof, bevor die Tour an der Kirche endet.

Übrigens: Der zweite Teil der Kapellen- und Feldkreuzwanderung findet am Sonntag, 20. Oktober, statt. Dann geht es unter anderem zur Benediktenkapelle und zu den Feldkreuzen auf dem Oberhardt.