Hardt

Bürgermeisterwahl: Fridi Miller sucht lustige WG

von Martin Dold

Hardt - Sie ist die etwas andere Kandidatin: Friedhild Anni Miller (48), bekannt als Fridi, ist im Rennen um die Nachfolge von Herbert Halder. Ihre Ansichten unterscheiden sich von allen übrigen Kandidaten. Bei der Kandidatenvorstellung wird sie nicht vor Ort sein, da sie eine Demo für Kinderrechte in Mannheim organisiert und viel um die Ohren hat. Aber nun stellte sie sich den Fragen unserer Zeitung.  

Frau Miller, Sie wollen eigentlich Angela Merkel stürzen und Bundeskanzlerin werden. Soll der Posten als Bürgermeisterin von Hardt eine Art Sprungbrett dafür sein? 

Nein, da es mir um die Menschen und nicht um den Profit geht und ich in Gott vertraue, dass er mich auf den richtigen Weg schickt. Und wenn Hardt mein Weg sein soll und die Bürger mir ihr Vertrauen schenken, werde ich sie nicht enttäuschen.  

Was ändert sich, wenn Sie Bürgermeisterin in Hardt sind? 

Ich möchte den Bürgerhaushalt, sprich Bürgerentscheid, einführen, damit absolute Transparenz herrscht und nicht der Gemeinderat entscheidet, sondern die Bürger selbst. Damit meine ich, dass auch Kinder und Jugendliche über die Finanzen und Belange der Gemeinde entscheiden, denn es geht um ihr Leben.  

Welche weiteren Ziele haben Sie?

Ich möchte Alt und Jung zusammenbringen und dass jeder Mensch in Hardt leben und überleben kann und glücklich ist. Mein Motto lautet: Gemeinsam statt einsam.  

 

 

Sie sind bei rund 100 Bürgermeisterwahlen als Kandidatin angetreten. Welche Chancen rechnen Sie sich in Hardt aus? 

Falls die Menschen in Hardt in mich vertrauen und tatsächlich erkennen, was ich für ein Mensch bin, rechne ich mir durchaus gute Chancen aus. Denn normalerweise ist auf dem Dorf die Welt noch in Ordnung. In Kolbingen bei Tuttlingen holte ich immerhin beachtliche 20 Prozent der Stimmen, obwohl ich nie dort war.  

Sie prangern Korruption in der Politik an. Denken Sie, dass das auch in einer eigentlich "heilen Welt" wie der Gemeinde Hardt existiert? 

Ich würde es eher Klüngel nennen. Ich denke, das gibt es überall – natürlich nicht in dem Maße wie in der großen Politik, wo Hunderte von Lobbyisten Zutritt zum Bundestag haben und Parteien mit Hunderttausenden von Euros sponsoren, damit sie im Sinne von ihnen handeln.  

Waren Sie schon einmal in Hardt? 

Nein, leider nicht. Ich würde mich aber über ein Zimmer mit WLAN zur Miete freuen, am besten in einer lustigen WG. Sofern mir die Hardter ihre Stimme geben.  

Ein gutes Stichwort: Wollen Sie freies WLAN in allen Ecken von Hardt wie Butzenhöhe, Nonnenberg oder Steinreute?  

Ja, gleiches Recht für alle! Das ist über Freifunk in Zusammenarbeit mit den Bewohnern dieser Ecken von Hardt kostenlos zu realisieren.  

Hardt soll nach Ihrem Wunsch zu einer großen Familie werden. Was zeichnet die "Fridi-Familie" aus?

Dass jeder für jeden da ist. Jeder hat etwas zu verschenken – Zeit, Liebe, Wissen, Fähigkeiten oder auch Gegenstände, die er nicht mehr braucht. Jeder nimmt, was er braucht und gibt, was er kann.  

Was wünschen Sie den Bürgern von Hardt? 

Eine Bürgermeisterin wie mich, mit Herz und Verstand. Für die es keine Probleme, sondern nur Lösungen gibt, zum Wohle aller.

Info: Fridi Miller

Fridi Miller kommt aus Sindelfingen. Sie absolvierte bei Daimler eine Ausbildung zur Bürogehilfin und war anschließend 19 Jahre im Einkauf und Personalbereich des Unternehmens tätig. Später managte sie eine Gebäudereinigungsfirma, war Kinderfrau von Zwillingen und in der Behinderten- und Hausaufgabenbetreuung tätig.

Seit 2014 ist sie in der Politik aktiv. Sie hat sich bei etwa 100 Bürgermeisterwahlen beworben und auch als Landrätin im Kreis Freudenstadt.

Ein Wahlversprechen: Sie würde ihr Bürgermeistergehalt in eine Stiftung für sozial benachteiligte Kinder investieren, damit diese am sozialen Leben teilnehmen können.

Mehrere Dutzend Videos stehen in ihrem Youtube-Kanal. Sie prangert darin Behördenwillkür an – mitunter mit einer recht drastischen Wortwahl, die hier besser nicht zitiert wird. Immer wieder geht es um ihre Tochter, für die sie nach eigener Aussage das Sorgerecht verloren hat.

Weitere Informationen:

www.liebe-fridi.de

Seine Frau Visnja lernte er kennen, als diese neue Wirtin im "Spunden" in Schramberg war. Es folgte eine Einladung zum gemeinsamen Radfahren und sofort funkte es. Geheiratet wurde am 11. November 2011 um 11.11 Uhr.

Visnja Schaffer arbeitet derzeit im Schwarzwald-Baar-Klinikum und im Auto- und Uhrenmuseum "ErfinderZeiten" in Schramberg als Empfangs- und Servicekraft.

Hobbys

Das Radfahren verbindet die Eheleute, die schon 1800 Kilometer von Vancouver nach San Francisco geradelt sind. Abschalten kann Holger Schaffer auch beim Tischfußball. Dazu dürfe gerne auch einmal etwas härtere Musik à la AC/DC laufen.