Hardt

Bruno flitzt Turm hoch – mit sieben

von Martin Dold

1390 Stufen: Bruno Flaig nimmt den Towerrun in Rottweil in Angriff. Allerdings ist er kein gewöhnlicher Teilnehmer. Denn er ist gerade einmal sieben Jahre alt – und damit der jüngste Läufer.

Hardt. Am Selbstbewusstsein mangelt es ihm nicht: "Ich warte dann oben auf dich", foppt er seine Mutter Isabell Flaig, die am Sonntag, 15. September, ebenfalls am Wettbewerb am Thyssenkrupp-Turm teilnehmen wird. Wetten dürfen noch angenommen werden, ob er das schafft und schneller oben ist als sie. Leicht wird das nicht, steht sie doch voll im Saft.

Bruno Flaig wollte bereits im vergangenen Jahr teilnehmen, doch damals wurde er noch gebremst. Er hat aber gesehen, dass eine Mama mit ihrem Sohn hochgerannt ist – und dann war klar, dass es dieses Mal kein Halten mehr gibt.

Als Verteidiger beim Fußball aktiv

Die Motivation kam also nicht von überehrzeigen Eltern, sondern von dem quicklebendigen Steppke selbst, der einen großen Bewegungsdrang hat. So spielt er Fußball, wo er als Verteidiger überzeugt, ist beim Tischtennis aktiv und geht Schwimmen. Kondition bolzt er auch beim Joggen mit seiner Mutter und beim Radfahren mit Papa Markus.

"Eine spezielle Vorbereitung braucht Bruno nicht, er ist topfit", ist seine Mutter überzeugt. Ohnehin sei ein Training für den Towerrun schwierig, da es derart lange Treppen wie in Rottweil nirgends gebe. Im Villinger Rosengarten gebe es zwar eine Treppe mit 130 Stufen, aber dort bereite das nach unten laufen mit der Zeit mehr Probleme als die Anstiege.

Isabell Flaig war bei der Premiere im vergangenen Jahr bereits dabei und erreichte den elften Platz. Dieses Mal gehe es ihr aber nicht um die Zeit, sondern darum, gemeinsam mit Bruno oben anzukommen – falls er ihr nicht doch wider Erwarten davonrennt. Die beiden sind mittlerweile ein eingespieltes Team. "Wir laufen immer mal wieder kleinere Runden zusammen. Bruno legt dabei ein gutes Tempo vor", sagt Isabell Flaig. Sein läuferisches Talent bewies er auch bei einem Schülerlauf in Geisingen, den er in seiner Altersklasse gewann. Isabell und Bruno Flaig nehmen den Wettbewerb als "Flying Flaigs" in Angriff.

Auch Markus Flaig ist am Start: Er möchte beim Wettbewerb die inoffizielle Hardter Dorfmeisterschaft beim Towerrun für sich entscheiden, also der schnellste Teilnehmer aus Hardt sein. "Benjamin Gramlich und Stefan Winkler will ich hinter mir lassen", schickt er eine klare Ansage an seine Mitläufer – oder vielmehr Konkurrenten. Warum er noch mitmacht: Er habe schon immer mal bei einer deutschen Meisterschaft, wie der Towerrun eine sei, mitmachen wollen.

Erwartet werden 1000 Teilnehmer und damit 300 mehr als im Vorjahr. Die Veranstaltung war nach wenigen Stunden ausgebucht. Erwartet werden Hobby- und Profisportler. Ziel ist auf der Besucherplattform in 232 Metern Höhe.