Handball

HBW: Marcel Niemeyer sieht sich auf gutem Weg

von Ulrich Mußler

Respekt einflößende 2,01 Meter groß, knapp 115 Kilogramm Kampfgewicht – Marcel Niemeyer ist einer der beiden neuen Männer für die Nahkampfzone beim Handball-Zweitligisten HBW Balingen-Weilstetten.

Eigentlich war klar, dass Marcel Niemeyer den Weg zum Handball finden würde, schließlich waren seine Eltern beide früher selbst aktiv.

Doch zunächst verschrieb sich der 24-Jährige dem Fußball. Und das durchaus erfolgreich – als 13-Jähriger hätte er zu einem Oberligisten wechseln können, doch ein Jahr zuvor war er auch beim Handball gelandet. "Das hat mir mehr Spaß gemacht, und mit meiner Körpergröße und meinem Gewicht, wäre das mit der Fußball-Karriere wohl eh nichts geworden. Beim Handball ging es für mich hingegen Jahr für Jahr weiter nach oben."

Seinen Spitznamen "Manni" – so wie das Mammut aus der Animationsfilm-Reihe "Ice Age" handelte er sich auch beim Handball ein. "Das hängt mit dem Gemüt zusammen und damit, dass ich ein hilfsbereiter Typ bin. Ich fand’s okay und haben den Namen auch nicht mehr abgelegt." Aus seiner Heimatstadt Bielefeld – Niemeyer: "Bielefeld gibt es wirklich" – zog es ihn zu GWD Minden, wurde dort Deutscher Vizemeister mit der B-Jugend, ehe der damalige A-Jugend-Trainer des TBV Lemgo Niels Pfannenschmidt seine Fühler nach Niemeyer ausstreckte. "Der Wechsel war auch für meine Eltern prima, statt einer Dreiviertelstunde mussten sie mich nur noch 25 Minuten zum Training fahren."

Beim TBV wurde er zum Jugend- und Junioren-Nationalspieler und durfte er zum ersten Mal in der stärksten Liga der Welt ran – gegen den THW Kiel. "Ich habe gleich vier, fünf Tore erzielt und danach bei den Profis trainiert." Im zweiten A-Jugend-Jahr bekam er beim TBV einen Probevertrag, schloss die Schule mit dem Fach-Abitur ab und machte eine Ausbildung zum Groß-und Außenhandelskaufmann. "Ich bin schon froh, dass ich schon eine Ausbildung habe", sagt Niemeyer. Doch auch der Einstieg ins Trainergeschäft reizt ihn, deshalb wird er künftig als Co-Trainer eine Mannschaft der JSG Balingen-Weilstetten coachen. "Ich mache das gemeinsam mit Gregor Thomann. Er hat schon viel Erfahrung, da kann ich sicher einiges lernen." In Balingen fühlen er und seine Freundin schon richtig wohl – auch wenn der Umzug aus Eisenach noch nicht komplett über die Bühne gebracht ist. "Uns gefällt es echt gut, wir wurden super aufgenommen. Lars Friedrich und Tomáš Mrkva kannte ich schon, und mit Martin Strobel habe ich in Lemgo zusammen gespielt. Nachdem Jens Bürkle und Wolfgang Strobel Kontakt zu mir aufgenommen hatten, war schnell klar, dass ich hierher möchte. Der HBW hat eine große Tradition, super Fans, und die Kreisläufer genießen hier einen hohen Stellenwert."

Mit seiner neuen Mannschaft sieht sich der passionierte Dartspieler schon auf einem guten Weg: "Ich bin froh hier zu sein. Wir haben uns als Mannschaft gut gefunden. Die Testspiele waren bisher okay. Wenn wir jetzt noch unsere Fehler abstellen sind wir gut aufgestellt.