Haiterbach

Grünes Licht für Quartierkonzept

von Markus Katzmaier

Nach der ersten Beratungsrunde im Februar war es fraglich, ob Haiterbach ein erstes Quartierkonzept für eine Nahwärmeversorgung und weitere energetische Aspekte in Beihingen angeht. In Runde zwei hat sich das Gremium bei zwei Gegenstimmen dazu durchgerungen.

Haiterbach. Überzeugt hatte wohl nicht zuletzt die Positionierung des Ortschaftsrates Beihingen, der sich laut Ortsvorsteher Thomas Burkhardt einstimmig für das Quartierkonzept ausgesprochen hat.

Und so beschloss der Gemeinderat nun, den Auftrag für die Erstellung des Quartierkonzepts für den Ortsteil Beihingen in Höhe von 73 613 Euro an das Freiburger Unternehmen Endura Kommunal zu vergeben. Da 65 Prozent durch die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) gefördert werden, liegt der Eigenanteil der Stadt Haiterbach bei 25 765 Euro.

Der ursprüngliche Beschlussvorschlag wurde nach Anregungen von Karl Keppler (DBH), der wie sein Fraktionskollege Karl Braun dagegen stimmte, ergänzt. So soll auch das Thema Elektrizität, vor allem mit Blick auf den zu erwartenden Anstieg an Elektromobilität, aufgenommen werden. Und dann hatte Keppler darauf gedrängt, dass der Vertrag bezüglich des geistigen Eigentums des Konzepts geändert werden müsse. Dies müsse an die Stadt übertragen werden, damit man flexibel und unabhängig agieren könne.

Die Erstellung der Konzeption hatte Endura-Geschäftsführer Rolf Pfeiffer dem Gremium im Februar erläutert. Die Zielsetzung seines Unternehmens sei es immer, am Ende konkrete Vorschläge zu machen. Auch wenn möglicherweise nur eine Mikro-Anlage (eine Nahwärmeanlage für nur wenige Wohneinheiten) dabei rauskommen könnte. "Wenn wir es aber nicht untersuchen, wissen wir es nicht", hatte Pfeiffer auf mehrfache kritische Nachfragen reagiert. Als mit wichtigsten Baustein einer Konzeption bezeichnete Pfeiffer die Kommunikation. In dem Fall vor allem mit den Bürgern, die sich an einem Energiekonzept beteiligen müssten.

Man dürfe nicht die Augen verschließen und müsse dies als Pilotprojekt betrachten, sagte Rosemarie Palmer (UBL) in der jüngsten Sitzung des Gremiums. Mathias Stöhr (UBL) sieht eine Chance für alte Häuser in der Gesamtstadt. Er hätte sich so einen Start in Haiterbach vorstellen können.

"Ich denke, dass wir jetzt mehr Klarheit haben", sagte Bruno Bessey (UBL). 75 000 Euro seien aber viel Geld nur für eine Beratung.

Für Karl Keppler ist das Konzept zu kurz gesprungen. Er glaube an den mündigen Bürger. So werde man aber bei einem Anschlusszwang landen. Er sehe das Ganze als Teil einer "ideologischen Welle".

"Ich würde zustimmen, wenn das Hand und Fuß hätte", sagte Karl Braun (DBH). So sei es aber ohne jede Aussage. Zudem wolle er mal sehen, was die Menschen sagen würden, wenn für Nahwärme eine Biogas- oder Windkraftanlage gebaut würde.

Karl Braun verwies auf die Energieberater, die dies leisten könnten. Bauamtsleiter Werner Braun erklärte jedoch, dass gerade die Energieberater im Kreis Calw die Aufstellung eines solchen Konzeptes empfehlen würden. Der Tiefbauamtsleiter widersprach dazu der Darstellung, dass das Konzept einseitig nur auf Nahwärme angelegt sei.

Johann Pagitz (CDU/FWH) bohrte nach, warum Gas von vorneherein ausgeschlossen werde. Werner Braun erklärte, dass es bislang kein Gas vor Ort gebe. Im Februar hatte Pfeiffer genau zu diesem Punkt erläutert, dass es heutzutage angesichts der guten Dämmung und Niedrigenergiehäusern unsinnig sei, mit fossilen Brennstoffen Wasser zum Heizen zu erwärmen. Es gebe sinnvollere Lösungen.

Mathias Kaupp (UBL) sieht das Seniorenzentrum Emmaus als Schlüsselfigur. Auch könnte er sich dort eine zentrale Anlage vorstellen.

Es gebe doch noch Wunder, er sei begeistert, sagte Uli Seeger (UBL) nachdem sich eine Zustimmung für das Konzept abgezeichnet hatte.