Haiterbach

Einsatz in einem schwierigem Gelände

von Uwe Priestersbach

Haiterbach-Beihingen - Die jährliche Waldbrandübung der Haiterbacher Gesamtwehr hat seit vielen Jahren einen festen Platz im Übungskalender. Im Mittelpunkt stehen dabei vor allem das Zusammenspiel der vier beteiligten Abteilungswehren sowie die Wasserförderung über längere Wegstrecken.

Die diesjährige Waldbrandübung fand am Wochenende im Bereich der früheren Beihinger Säge statt. Die befand sich einst auf Haiterbacher Markung im Gewann Tann/Waldachtal. Bereits im 18. Jahrhundert gab es hier an der Waldach einen Sägebetrieb, der dann aber 1985 stillgelegt wurde. Heute erinnert nichts mehr an die einstige Säge, die Anfang der 90er Jahre abgebrochen wurde – wohl auch aus der Befürchtung heraus, dass sie unter Denkmalschutz kommen könne, wie ein Beihinger Feuerwehrmann anmerkte.

Übungsszenario: Grillfeuer löst Waldbrand aus

Die Haiterbacher Feuerwehr ging jetzt bei ihrer Übung davon aus, dass ein unbeaufsichtigtes Grillfeuer im Bereich der Fußgängerbrücke über die Waldach einen Waldbrand auslöst, der sich in Richtung Beihingen ausbreitet. "Das ist für die Einsatzkräfte schon ein schwieriges Terrain", erklärte Kommandant Volker Renz mit Blick auf die verschlungenen Waldwege. So musste die Einsatzleitung das Geschehen anhand von Plänen und Karten koordinieren, aber auch die Wasserförderung aus der Waldach war im steilen Gelände nicht einfach.

Für eine weitere Schwierigkeit war ebenfalls gesorgt: So ging die Übungsannahme davon aus, dass ein Forstarbeiter an der steilen Waldachböschung abgestürzt und unter einem Baum eingeklemmt war. "Das ist schon eine anspruchsvolle Aufgabe", schmunzelte Volker Renz, als er die anstrengenden Rettungsarbeiten am Steilhang verfolgte. Doch die Einsatzkräfte lösten das Problem routiniert und retteten den verletzten Waldarbeiter mit Leitern und einer Schleifkorbtrage.

Bürgermeister: Routine für Ernstfall wichtig

Erfolgreich war ebenso die Suche nach den vermissten Kindern, die durch ihr Zündeln das Feuer ausgelöst und dann in den Wald geflüchtet waren. Dabei kam auch eine Wärmebildkamera zum Einsatz.

Von einem ebenso spannenden wie schwierigen Übungsszenario sprach Bürgermeister Andreas Hölzlberger am Rande des Geschehens. Für ihn sind die regelmäßigen Waldbrandübungen wichtig, um die Wasserförderung über längere Strecken zu üben. Doch verfüge die Feuerwehr dann im Ernstfall über die nötige Routine und Ortskenntnis, so der Rathauschef.

Eingesetzt waren bei der Waldbrandübung rund 100 Einsatzkräfte. "Das war eine sehr gute Übung mit vielen Schwierigkeiten, die der Wald mit sich bringt", machte Gesamtwehr-Kommandant Volker Renz bei der anschließenden Manöverkritik deutlich. Sein Fazit war, dass die Aufgaben gut gelöst wurden. Erfreulich war für ihn ebenso das große Zuschauerinteresse bei dieser Übung.