Haiterbach

Absetzgelände: BI sieht sich bestätigt

von Markus Katzmaier

Haiterbach - Eine Übung der US-Armee in Malmsheim sollte Mitgliedern der Begleitgruppe und Interessenten aus Haiterbach und Nagold veranschaulichen, was auf Haiterbach zukommen könnte. Sie fiel wetterbedingt aus, was die Bürgerinitiative, die ihre Teilnahme absagte, als Beweis für eine erhöhte Belastung sieht.

Der Hinweis in der Einladung "Die Übung kann nur bei guter Wetterlage stattfinden", ließ schon erahnen, dass die Chance für eine Absage gar nicht so klein ist. Und so kam sie auch am Vortag der für den 30. Oktober angesetzten Übung auf dem Gelände in Renningen-Malms­heim.

Aufgeschoben soll nicht aufgehoben sein, wie das Staatsministerium in Stuttgart, das auf Einladung der Bundeswehr eine Fahrt zur Übung organisiert hatte, auf Anfrage mitteilte. Allerdings nicht mehr in diesem Jahr, da sei es die letzte Gelegenheit gewesen. Man werde im kommenden Jahr versuchen, so einen Termin auf die Beine zu stellen, teilte die Pressestelle des Staatsministeriums mit.

Auch einen anderen Wunsch aus Haiterbach habe man nicht vergessen. In der Kuckucksstadt war spätestens nach dem Überflug einer KSK-Maschine im Mai 2017 gefordert worden, dass man auch mal einen Überflug des US-Militärs erleben sollte. Denn deren Maschinen dürften schon allein wegen der in der Regel größeren Zahl an Triebwerken deutlicher vernehmbar sein als die Transall.

Eine Zusage gibt es hier offenbar noch nicht. Man setze sich für einen erneuten Überflug in Haiterbach ein, sagte eine Sprecherin des Staatsministeriums.

"Es gibt in Haiterbach einen verpflichtenden Bürgerentscheid gegen das geplante Militärgelände. Daran ändern auch Werbeveranstaltungen des Staatsministeriums nichts." Mit diesen Worten erläuterte die Bürgerinitiative (BI) gegenüber dem Schwarzwälder Boten, warum sie eine Teilnahme an der Übung absagte.

Schon im Mai 2017 habe es eine völlig unrealistische Übung mit einer alten Transall "im Segelflug" (laut BI nach Aussage SWR Aktuell Nachrichten) gegeben. "Wir dürfen also davon ausgehen, dass wieder eine solche Fake-Veranstaltung geplant ist", teilte die BI mit. Wie ein Betrieb des Militärflugplatzes in Haiterbach tatsächlich aussehe, wisse man erst dann, wenn das Militärübungsgelände verwirklicht sei. Dann allerdings werde es zu spät sein.

Dass die Schau-Übung in Renningen nun ausgefallen ist, sieht die BI als Beweis für größere Belastungen. "Das Staatministerium hat ja immer wieder darauf verwiesen, dass die Nachtübungen abends im Winterhalbjahr stattfinden sollen und dass die bis zu 120 Übungen im Jahr sich über das ganze Jahr gleichmäßig verteilen würden", sagt Jürgen Kaupp von der BI.

"Wie man sieht, ist dem eben nicht so. Die BI Haiterbach und der Flugsportverein (FSV Nagold) haben immer wieder darauf hingewiesen, dass Übungen im Winter wegen der bei uns herrschenden Wetterverhältnisse praktisch überhaupt nicht stattfinden können. So dass sich die 120 Tage und die Nacht- und Ganztagesübungen auf das Sommerhalbjahr beschränken würden." Wie viele Flüge und Übungen stattfinden sollen, habe das Verteidigungsministerium übrigens in einer Antwort auf eine Anfrage der Linken als geheim eingestuft.

"Wie man jetzt in der Praxis gesehen hat, ist das Wetter selbst in Renningen so mies, dass Übungen im Winter ausfallen müssen", so Kaupp. Eine angesetzte Übung mit der Transall im Juni vergangenen Jahres habe sogar nur wegen Nieselwetters abgesetzt werden müssen.

Übrigens werde die Transall ausgemustert. Nachfolgemodell solle der Airbus A400M werden. Da dieser immer noch nicht fliege, hätten Bundeswehr und KSK nun die amerikanische Super-Hercules geordert. "Größer als die normale Hercules. Diese Maschinen kämen dann auch in Haiterbach zum Einsatz und nicht die uralte kleine Transall", verdeutlicht Kaupp.