Gutach

Sieben Chöre aus sechs Ländern

von Christine Störr

Das "Internationale Chorfestival Baden" hat zum ersten Mal Station im Gutacher Freilichtmuseum gemacht und die Zusage für ein weiteres Chortreffen in vier Jahren erhalten. Sieben Chöre aus sechs Ländern zogen viele Gäste in ihren Bann.

Gutach. Die Rahmenbedingungen hätten bei herrlichem Wetter nicht besser sein können, als morgens um elf Uhr das Profi-Vocalensemble "Vox Populi Project" aus Mexiko als erstes die Bühne vor dem imposanten Falkenhof betrat. Zwar hätten sie noch weit mehr Zuhörer verdient, aber die Musikabsolventen der Universität Veracruz präsentierten ihr mittelamerikanischen Folklore-Arrangements trotzdem auf hohem Niveau.

Mit den "Bangkok"-Voices präsentierte sich dann einer der besten Chöre Thailands mit seinen kräftigen Stimmen und eigens für das Chorfestival arrangierten Stücken den Gästen.

"In der Weltrangliste der Laienchöre belegen sie Platz 100", erzählte Cheforganisator Sebstian Kühn am Rande der Veranstaltung. Die Anreise des Chors sei durch das Goethe-Institut gefördert worden, weil die Kosten für die Sänger alleine nicht zu tragen gewesen wären.

Überhaupt würden Sponsoren beim Internationalen Chorfestival eine große Rolle spielen, weil die Teilnehmer lediglich ihre An- und Rückreise selbst bezahlen müssten. "Die Übernachtungen, die Transporte zu den einzelnen Konzerten und die Verpflegung der Sänger wird von uns bezahlt", erklärte Kühn.

Sein Vater Albrecht habe das erste Chorfestival anlässlich des 140jährigen Bestehens des Ötigheimer Männerchors initiiert. Dieses habe sich mittlerweile etabliert und bringe alle drei bis vier Jahre faszinierende Chöre aus aller Welt zusammen.

Ansteckende Freude und Begeisterung

Mit ansteckender Freude und großer Begeisterungsfähigkeit sangen sich dann die Mitglieder des "Lesedi-Show-choir" aus Südafrika in die Herzen des mittlerweile großen Publikums. Die Leidenschaft afrikanischer Musik, viel Rhythmus und hervorragende Stimmen wurden in der historischen Kulisse des Freilichtmuseums mit Beifallsstürmen belohnt.

Einen großen Kontrast bot der deutsch-japanische Chor "Tsubasa" geboten, der eigens für das Festival gegründet wurde und übersetzt so viel wie "Flügel" bedeutet. Traditionelle japanische Lieder wurden ebenso feinfühlig und berührend dargeboten, wie das zur zweiten japanischen Hymne gewordene "Lied der Heimat", das nach der Tsunami-Katastrophe geschrieben wurde. Leicht und äußerst unterhaltsam entführte der Kammerchor "Austrums" aus Riga in die baltische Gesangskunst. Bereits zum vierten Mal beteiligte sich der Chor am Festival und übertrug seine augenzwinkernde Freude an Klang- und Stimmeffekten schnell aufs Publikum.

"Ich freue mich schon auf das kommende Chorfestival 2023 hier in Gutach", bedankte sich Geschäftsführerin Margit Langer nach dem großen Schlussapplaus. "Wir alle sind unglaublich begeistert, was heute hier zu hören war." Nachdem die Anfrage zur Ausrichtung des Tags gekommen sei, wäre sie gleich von der Idee überzeugt gewesen. "Es ist ein Höhepunkt im Veranstaltungsjahr", betonte Langer.

Um den Bogen von dem hohen internationalen Niveau zu den Chören in der Region zu schlagen, hatte sich die Geschäftsführerin mit den "Wolftalspatzen" und dem Jazzchor "Passatempo" weitere Teilnehmer eingeladen. "Wir wollen zeigen, was die Chöre hier leisten und die Lust am Mitsingen wecken."

Das "Internationale Chorfestival Baden" hat zum ersten Mal im Gutacher Freilichtmuseum Vogtsbauernhof stattgefunden. Bei den vorhergehenden Festivals wurde den internationalen Gästen ein Auftritt im Europa-Park organisiert. "Dort konnten sie Europa auf einem konzentrierten Fleck kennen lernen", erklärte Organisator Sebastian Kühn. Nachdem sich der Vogtsbauernhof als kulturelles Forum für den ganzen Schwarzwald verstehe, habe er sich für die Ausrichtung des Fests in Gutach entschieden. Ihm zur Seite stehen etwa 40 Organisatoren und Betreuer sowie weitere 120 Helfer.