Gutach

Katholiken finden gemeinsam Lösung

von Lena Stangenberg

Das Thema hat in Gutach hohe Wellen geschlagen: eine mögliche Schließung der katholischen Kirche während der Wintermonate. Bei einer Aussprache haben Gemeindemitglieder, Vertreter des Pfarrgemeinderats und Pfarrer Christoph Nobs einen Konsens gefunden.

Gutach. Bleibt die katholische Kirche während der Wintermonate komplett geschlossen? Feiern die Katholiken ihre Gottesdienst ausschließlich in der evangelischen Peterskirche? Kann das Fastensuppenessen noch im katholischen Pfarrsaal stattfinden? Diese Fragen gingen in den vergangenen Wochen um, nachdem die Gutacher Katholiken erstmals in der evangelischen Peterskirche Gottesdienst feierten. Um eine gemeinsame Lösung zu finden, trafen sich rund 20 Personen zu einem runden Tisch im klirrend-kalten Pfarrsaal der katholischen Kirchengemeinde. Heizkosten sparen: Seitens der Seelsorgeeinheit Hausach-Hornberg wurde bereits im Sommer beschlossen, dass die Gutacher Katholiken während der Heizperiode für ihre regulären Gottesdienste in die Peterskirche ziehen, aber beispielsweise Weihnachten in der katholischen Kirche feiern. Hintergrund ist die Elektroheizung, die Stromkosten von 13 000 Euro verursacht. Die Seelsorgeeinheit, zu der die Kirchengemeinde Gutach gehört, hat zudem Druck "von oben": Das Erzbistum Freiburg wies den Pfarrgemeinderat darauf hin, dass das jährliche Defizit nun 40 000 Euro statt 80 000 Euro betragen dürfe, berichtete Pfarrgemeinderatsvorsitzender Alfredo Sanchez. Irritationen besprechen: In der vergangenen Tagen stand nun zur Diskussion, ob die katholische Kirche und zusätzlich der Pfarrsaal während der Wintermonate gar nicht genutzt werden und auch Veranstaltungen wie das Fastensuppenessen im evangelischen Gemeindehaus stattfinden würden. Nachdem Pfarrer Nobs samt Messgewändern, Gotteslobbüchern und dem "ewigen Licht" in die Peterskirche umgezogen war, sei dieser Eindruck wohl entstanden – obwohl das Gutacher Gemeindeteam und der letztlich verantwortliche Pfarrgemeinderat dies anders besprochen hatten. Lösung finden: Nach einer Aussprache fassten die Anwesenden den Kompromiss, dass die Katholiken ihre Gottesdienste am Donnerstag und Samstag in der evangelischen Peterskirche abhalten. Die Festgottesdienste am ersten Weihnachtstag und an Neujahr (mit Rückkehr der Sternsinger) werden dann in der – beheizten – katholischen Kirche gefeiert. Auch bleibt das Gotteshaus tagsüber – ungeheizt – weiterhin für jedermann zugänglich. Nicht nur die Gläubigen, die dort beten möchten, sondern auch Auswärtige, die die Kirche besichtigen möchten, können dies somit weiterhin machen und stehen nicht vor verschlossenen Türen. Wichtig war den Anwesenden auch, dass der Pfarrsaal für das traditionelle Fastensuppenessen, die Adventsfeier der Frauengemeinschaft und die Sternsinger genutzt werden kann.

Weiter blicken: Die gefundenen Lösung ist noch nicht in Stein gemeißelt. Sowohl der Stiftungs- als auch der Pfarrgemeinderat der Seelsorgeeinheit müssen darüber noch abstimmen. Pfarrer Nobs, Sanchez und weitere Pfarrgemeinderäte machten den Anwesenden deutlich, dass sie sich für den Konsens der Gutacher Katholiken stark machen werden. Den "Palmsamstag" möchten diese nach Ende der Heizperiode wieder in "ihrer" Kirche feiern.

Dass das Thema Kirche Gläubige jeder Konfession bewegt, ist gerade in kleineren Gemeinden zu spüren. Die Gemeinde Gutach lädt zum Gesprächsabend "Gemeinde trifft... Kirchen" am Montag, 26. November, ein. Beginn ist um 19 Uhr im Bürgersaal des Rathauses. Für die evangelische Kirche werden Pfarrerin Marlene Schwöbel-Hug und für die katholische Kirchengemeinde Pfarrer Christoph Nobs an diesem Abend die Diskussionspartner sein.