Fußball

TSG Balingen: Und der Rest war pure Freude

von Thomas Hauschel

40-32-2 – das sind keine Model-Maße und auch nicht die Hälfte der Lottozahlen vom kommenden Mittwoch. 40 Punkte hat die TSG Balingen nach 32 Spieltagen auf dem Konto und damit eine 2. Saison in der Regionalliga Südwest fix gemacht.

Als Schiedsrichter Philipp Reitermayer am Freitagabend um 20.49 Uhr die Partie zwischen der TSG Balingen und dem FC Homburg abpfiff, kannte der Jubel bei den Balinger Spielern und ihren Fans auf den Rängen der Bizerba-Arena kein Halten mehr. 1:1 stand in großen Lettern auf der Anzeigentafel; der Aufsteiger hatte jenen Punkt geholt, der ihm zum vorzeitigen Klassenerhalt noch gefehlt hatte.

Wenige Sekunden davor hatten sie noch zittern müssen, als Konfusion im Balinger Strafraum herrschte und die Gäste noch zu guten Einschussgelegenheiten kamen. Doch mit vereinten Kräften und den Fäusten von TSG-Torhüter Julian Hauser brachten die Gastgeber das Remis über die Zeit. Ein Sieg der Gäste wäre auch unverdient gewesen, denn vor allem in der ersten Halbzeit war Balingen die bessere Mannschaft und hätte nach dem 1:0 (26.) von Stefan Vogler zur Pause höher führen müssen. Im zweiten Durchgang war Homburg dann etwas besser und kam durch eine gute Einzelaktion von Marco Gaiser zum 1:1-Ausgleich (62.). Dabei blieb es nach 90 Minuten, und die Balinger Spieler konnten ihren großen Erfolg gebührend feiern.

"Die Freude ist groß, jetzt sind wir sicher", sagt TSG-Kapitän Manuel Pflumm. "Dennoch hätten wir das Spiel gewinnen und schon in der ersten Halbzeit den Deckel drauf machen müssen. So haben wir im zweiten Durchgang noch einen Schuss zum 1:1 kassiert. Aber das haben wir über die Zeit gebracht und die 40 Punkte geholt", strahlt der 34-Jährige, der den Verein zum Saisonende verlassen und Spielertrainer beim Bezirksligisten SV Rangendingen wird. "Jetzt sind es noch zwei Spiele, die ich ebenso genießen werde, wie jedes Training mit den Jungs. Doch ich habe mich zu diesem Schritt entschieden und weiß, dass der Abschied kommen wird."

Ebenfalls den Verein verlassen wird der zweite Routinier, Jörg Schreyeck, der die Partie gegen Homburg aufgrund seiner zehnten gelben Karte von der Tribüne aus mit ansehen musste. "Auf dem Platz ist es entspannter, als auf der Tribüne", sagt der 34-Jährige und grinst. "Die Jungs haben eine super erste Halbzeit gespielt, hätten jedoch 2:0 oder 3:0 führen müssen. Homburg macht dann mit dem einzig richtigen Torschuss das 1:1. Ein Sieg wäre verdient für uns gewesen; der Punkt reicht uns aber unter dem Strich. Jetzt freue ich mich auf meine beiden letzten Regionalligaspiele. In Elversberg und gegen Walldorf will ich mit der geilen Truppe noch mal Spaß haben und noch einige Punkte holen."

"Es ist einfach schön, dass wir es geschafft haben. Vor zehn Monaten war das eigentlich unvorstellbar; vor allem da es jetzt wohl vier oder fünf Absteiger sein werden. Wir waren der krasse Außenseiter, und jetzt können wir brutal stolz sein, dass wir den Klassenerhalt schon zwei Spieltage vor Saisonende hinbekommen haben", kommentiert Mittelfeldspieler Lukas Foelsch, dem die Freude ins Gesicht geschrieben steht, den Ligaverbleib. "Das einzige, was mich etwas nervt, ist, dass wird das Spiel nicht gewonnen haben. Mit einem Sieg wäre es noch schöner, und das ist auch das Ziel in unseren letzten beiden Spielen."

"Ich bin einfach nur erleichtert", schildert Stürmer Hannes Scherer seine Gefühlslage, "Wir mussten in der Nachspielzeit noch etwas zittern. Aber das 1:1 war mehr als verdient; wir haben den Punkt geholt, den wir noch gebraucht haben. Jetzt können wir in den nächsten beiden Spielen befreit aufspielen und noch so viele Punkte wie möglich holen."

Am kommenden Samstag gastieren die Eyachstädter bei der SV Elversberg, die bei Meister SV Waldhof Mannheim mit 0:1 unterlag. Das Saisonfinale findet dann eine Woche später, am Samstag, 18. Mai um 14 Uhr gegen den FC Astoria Walldorf statt.