Fußball

TSG Balingen: "Remis-Könige" der Liga

von Thomas Hauschel

Das 2:2 am Freitagabend bei der U21 des VfB Stuttgart war bereits die fünfte Punkteteilung im elften Spiel in der Regionalliga Südwest.

Zweimal hatten die Jungs von TSG-Trainer Ralf Volkwein im Robert-Schlienz-Stadion in Stuttgart einen Rückstand wett gemacht. Nach einem starken Beginn der Eyachstädter mit einigen guten Gelegenheiten, um in Führung zu gehen, waren es die Hausherren, die nach durch einen sehenswerten Volleyschuss von David Kopacs das 1:0 erzielten. Die TSG zeigte sich durch den Rückstand aber nicht geschockt und kam kurz vor dem Halbzeitpfiff zum verdienten 1:1-Ausgleich von Manuel Pflumm.

In der zweiten Hälfte brachte Daniel Bux mit einer starken Einzelaktion den VfB mit dem 2:1 (66.) erneut in Front, aber wenig später fälschte Jose Rios Alonso eine scharfe Flanke von Kaan Akkaya zum 2:2 ins eigene Netz ab. Pech hatte die TSG, dass ein Schuss von Kaan Akkaya an die Unterkante der Latte donnerte und ins Feld zurück sprang. Balingen reklamierte, dass der Ball hinter der Linie war, aber der Schiedsrichter ließ weiterlaufen. Und als Stuttgarts Torhüter Florian Kastenmeier einen Kopfball von Stefan Vogler an den Pfosten lenkte, blieb es bei der Punkteteilung.

"Wir haben alles gegeben. Unter dem Strich hätten wir auch einen Sieg verdient gehabt. Wir haben uns einige Chancen herausgespielt, die wir allerdings liegen gelassen haben. Unter dem Strich ist ein 2:2 in Stuttgart nicht schlecht, aber vom Spielverlauf her wären drei Punkte drin gewesen", resümiert Mittelfeldspieler Jörg Schreyeck.

So sieht es auch TSG-Kapitän Manuel Pflumm. "Wir sind zweimal unnötig in Rückstand geraten, aber jedes Mal wieder zurück gekommen und hatten die passende Antwort. Das ist nicht so schlecht gegen den VfB. Aber aufgrund der sehr guten Chancen, die wir hatten und nicht genutzt haben, wäre mehr drin gewesen."

"Wir haben wieder einen riesigen Aufwand betrieben; aber irgendwie haben wir gerade offensiv das Pech an den Füßen kleben. Anscheinend war der Lattenschuss von Kaan Akkaya hinter die Linie. Zudem hatten wir noch den Pfostenkopfball von Stefan Vogler und und noch weitere gute Gelegenheiten in der ersten Hälfte. Schade, dass wir uns für so ein Spiel nicht belohnt haben. Der VfB war zwar gut und spielerisch ein bisschen besser, aber körperlich waren wir gleichwertig", sagt Abwehrrecke Fabian Kurth. "Der Punkt ist mehr als verdient. Aber wir hätten gerne einmal auswärts drei Zähler mitgenommen und überhaupt mal wieder gewonnen. Denn die Unentschieden bringen uns nicht so richtig weiter."

"Derzeit fehlt uns auch etwas das Glück. Wir haben zweimal Aluminium getroffen. Deshalb ist trotz des Punktgewinns das Gefühl nicht so gut", gibt Stefan Vogler, dessen Kopfball in der Schlussphase Torhüter Kastenmeier noch an den Pfosten lenkte, Einblick in seine Gefühlslage.

Trainerstimmen

Ralf Volkwein (TSG Balingen):

"Ich denke, dass der Punktgewinn mehr als verdient war. Wenngleich sogar die Enttäuschung etwas überwiegt, denn es war auch ein Sieg drin. Es bringt zwar nichts, im Nachhinein zu meckern, aber ich habe von mehreren Seiten gehört, dass der Lattenschuss von Kaan Akkaya hinter der Linie war; das wäre das 3:2 gewesen. Aber insgesamt haben die Jungs eine starke Leistung gezeigt, mir tut es nur leid, dass sie sich nicht mit drei Punkten belohnt haben. Unser Rezept, den VfB hoch anzugreifen, ist aufgegangen. Nur zu Beginn der zweiten Halbzeit hatten wir einen kleinen Durchhänger. Defensiv sind wir wie schon in den Spielen zuvor sehr gut gestanden. Unser Manko bleibt aber die Chancenverwertung. Wir müssen aufpassen, dass es uns auf Dauer nicht demotiviert, dass wir so viele gute Möglichkeiten liegen lassen und auf der anderen Seite so blöde Tore kassieren. Der VfB hat gleich mit der ersten Gelegenheit das 1:0 gemacht. Aber die Jungs haben tolle Moral bewiesen und sind zwei Mal zurück gekommen."

Marc Kienle (VfB Stuttgart II):

"Das 2:2 ist meiner Ansicht nach ein gerechtes Ergebnis. Wir haben etwas schwer ins Spiel gefunden, Balingen kam in der Anfangsphase zu guten Möglichkeiten, so dass wir Glück hatten, dass wir nicht früh in Rückstand geraten sind. Wir haben dann aber ein wunderschönes Tor erzielt und in der Folge das Spiel auch weiterhin gut kontrolliert und gut nach vorne gespielt. Allerdings haben wir dann den Ausgleich hinnehmen müssen, wobei es meiner Ansicht nach klar Abseits war. In der zweiten Halbzeit war es ein offenes Spiel, das sehr emotional von beiden Mannschaften geführt worden ist. Wir machen auch das zweite Tor, mussten aber jedoch nur wenig später das abgefälschte Gegentor hinnehmen. Insgesamt bin ich zufrieden wie wir das Spiel angenommen haben, auch körperlich. Es war eine sehr intensive Begegnung gegen einen sehr laufstarken und kampfstarken Gegner. Wir haben uns aber immer wieder spielerisch befreit, in der Summe geht das Unentschieden deshalb auch in Ordnung."