Fußball

SG Herzogsweiler-Durrweiler: Weg ist zu Ende

von Arno Schade

SG Herzogsweiler-Durrweiler - VfL Herrenberg 1:2 (0:0). Vier Mal lag gestern Abend der Ball im Netz des VfL Herrenberg, doch nur ein Treffer der am Ende unglücklich unterlegenen SG Herzogsweiler-Durweiler zählte beim ersten Spiel der Relegationsrunde zur Landesliga.

Zwei Mal lag der Schiedsrichter-Assistent mit seinen Abseitsentscheidungen nämlich nicht richtig. Ganz bitter war vor allem der nicht anerkannte Treffer in der 84. Minute, denn nur wenig später erzielte auf der anderen Seite Jona Wörner den letztlich entscheidenden Treffer.

Falsch lag das Gespann auch als nach gut einer Stunde kurz vor dem ersten Herrenberger Tor, als David Bauendahl scheinbar das 1:0 erzielt hatte, aber wieder zurückgepfiffen wurde.Als Patrick Stoll erstmals das Leder im Netz versenkte,(54.), war er dagegen tatsächlich wieder wenig später noch einmal zu früh gestartet.

Stoll war es auch, der in der Anfangsphase der Begegnung mit zwei guten Aktionen auf der linken Seite (3., 5.) die ersten Ausrufezeichen seitens der SG Herzogsweiler-Durrweiler setzte. Allerdings brachte sich in der Folge der Vizemeister des Nördlichen Schwarzwalds durch einige Aussetzer in der nicht immer sattelfesten Abwehr zusehends in Schwierigkeiten. Ausgerechnet Routinier Michael Züfle leistete sich dabei nach sieben Minuten einen groben Schnitzer und der in der Folge zusehends aufdrehende Marvin Kennke hatte freie Bahn zum Tor, doch SG-Keeper Pascal Ziefle lenkte seinen Schuss mit den Fingerspitzen um den Pfosten. Der VfL Herrenberg erhielt durch diese Aktionen und einige nicht klare Aktionen der Defensive danach Oberwasser, war im Strafraum aber nicht konsequent bei der Sache.

So verfehlte in der 17. Minute ein Zuspiel von Kennke den schon eingerückten Valmir Mustafa, der nur wenig später Michael Züfle alt aussehen ließ, aber haarscharf am langen Pfosten vorbei schoss. Richtig eng für die SG Herzogsweiler wurde es in der 33. Minute bei einer Dreifach-Chance, als zunächst nach einem einfachen Doppelpass Sven Schlayer frei stand, aber statt des Abschlusses noch mit einem Querpass einen Mitspieler suchte. Der dazwischen gehende Gerhard Melewzik machte mit einer unglücklichen Rückgabe die Szene nochmals scharf, doch anschließend scheiterte Lukas Rähle an der Fußabwehr von Torwart Ziefle. Als der einheimische Bezirksliga-Zweite in der 39. Minute noch einmal ein offensives Lebenszeichen von sich gab, traf David Bauendahl in guter Schussposition das Leder nicht richtig.

Mit Beginn der zweiten Halbzeit präsentierte sich die SG Herzogsweiler-Durrweiler im Mittelfeld kompakter und damit auch in der hinteren Reihe sicherer und setzte vor allem auf Konter über Patrick Stoll. Der Plan hätte aufgehen können, hätte das Gespann vor allem in der 61. Minute richtig auf Tor entschieden, wie auch Spielertrainer Dein Smajovic nach der Partie betonte: "Wenn wir 1:0 in Führung gehen, läuft das Spiel ganz anders." Dieser Führungstreffer allerdings gelang nach 66 Minuten dem VfL Herrenberg, als nach einer Kombination über vier Stationen in der Mitte Michael Heldmayer keine Mühe mehr hatte zum 0:1 einzuschieben.

Kurz vorher hatte sich Dein Smajovic eingewechselt, auf dem viele Hoffnungen der SG-Fans ruhten. Und der Torjäger sollte sie nicht enttäuschen. In der 81. Minute gewährte ihm die VfL-Abwehr zwölf Meter vor dem eigenen Tor etwas zu viel Raum, und sein noch abgefälschter Drehschuss fand den Weg zum umjubelten 1:1 ins Netz.

Danach gab es viele Unterbrechungen wegen Krämpfen auf beiden Seiten und eine letztlich über sechsminütige Nachspielzeit mit einem letzten Aufreger. Nach einem weiten und hohen Ball in den Strafraum, verpasste Torwart Daniel Ulmer das Leder und traf dafür Gerhard Melewzik am Kopf. Dessen Kopfball wurde vor der Linie weggeschlagen und die Pfeife des Schiedsrichters blieb trotz heftiger Proteste seitens der SG-Spieler und-Fans stumm.

SG Herzogsweiler-Durrweiler: Pascal Ziefle, Daniel Heggenberger, Patrick Stoll, Gerhard Melewzik, Frederic Gall, Matthias Dieterle, David Bauendahl (64. Dein Smajovic), Christian Hering (80.Amar Rasljanin), Dario Schmidt, Michael Züfle, Benjamin Joswig.

VfL Herrenberg: Daniel Ulmer, Mark Betsch, Andreas Gärtner, Julian Akaltun (75. Julian Gack), Valmir Mustafa, Michael Heldmayer, Marvin Kennke (90.+1 Adil Ersoy), Sven Schlayer (90.+3 Egzon Bellahica), Lukas Rähle (70. Sevidzem Kanjo), Jona Wörner, Ebrima Ceesay.

Tore: 0:1 (66.) M. Heldmayer, 1:1 (81.) D. Smajovoic, 1:2 (86.) J. Wörner.

Schiedsrichter: Richard Milz (SRG Saulgau).

Zuschauer: 700 im Stadion Sulz.

Trainerstimmen

Dein Smajovic (Spielertrainer SG Herzogsweiler-Durrweiler):

"Das Spiel kann heute so oder so ausgehen und ist aus unserer Sicht unglücklich gelaufen. Mich ärgern dabei nicht in erster Linie die fraglichen Abseitsentscheidungen, sondern der nicht gegebene glasklare Elfmeter nach dem Foul des Herrenberger Torwarts in der Nachspielzeit an Gerhard Melewzik. Nach dem Rückstand konnten wir in der zweiten Halbzeit nicht wie geplant unser Konterspiel über Patrick Stoll aufziehen. Ich gratuliere dem Gegner aber und wünsche den Herrenbergern im weiteren Verlauf der Relegationsrunde viel Erfolg."

Michael Sattler (Trainer VfL Herrenberg):

"Wir sind im vierten oder sogar fünften Spiel binnen 14 Tagen und angesichts vieler verletzter oder angeschlagener Spieler auf der letzten Rille unterwegs; deshalb ein großes Kompliment an meine Mannschaft. Der Sieg ist natürlich etwas glücklich, wobei ich die Abseitsentscheidungen aus meiner Sicht nicht richtig beurteilen kann. Mir wurde aber gesagt, dass zumindest eine Entscheidung wohl falsch gewesen sein soll. Dieses nötige Matchglück muss man in solchen Spielen dann auch einmal haben."