Fußball

SV Seedorf: Mit Pauken und Trompeten eingezogen

von Jürgen Schleeh

Harte aber schöne Wochen liegen hinter dem SV Seedorf. Sportlich waren die Kicker des Trainer-Duos Tobias Bea und Tobias Heizmann gefordert. Nicht weniger die zahlreichen Anhänger, die die Mannschaft stimmgewaltig unterstützen.

Die "Verlängerung" der Saison aufgrund der Relegation schweißte jedoch alle zusammen. Die Krönung folgte somit am vergangenen Sonntag in Sindelfingen-Dagersheim. Nach dem 2:0 über die Spfr. Gechingen ist der SV Seedorf wieder Landesligist. "Ich hatte vor dem Spiel ein sehr gutes Gefühl. Die zwei Relegationsspiele plus Pokalfinale hat die Mannschaft nochmals richtig zusammengeschweißt. Zusätzlich hatten wir am Sonntag eine starke Bank. Zum Beispiel Johannes Wernz der mit dem 2:0 das Spiel entschieden hat", berichtet Christoph Müller, der Kapitän des SV Seedorf.

Auch wenn für ihn etwas Wehmut mitschwingt, da Müller zurück zu den Kickers Lauterbach geht, meint der SVS-Kapitän: "Sich so zu verabschieden ist natürlich der Wahnsinn. Der Aufstieg durch die Relegation ist eine außergewöhnliche Mannschaftsleistung, fast noch besser als über die Meisterschaft."

Sogar Bürgermeister Peter Schumacher und etliche Gemeinderäte von Seedorf waren beim Spiel in Dagersheim

Und Manuel Haag von der Vorstandschaft des SVS unterstreich: "Wir hatten praktisch vier Endspiele und es ist das erste Mal, dass wir in einer Relegation alle drei Spiele erfolgreich überstanden haben." Rückblickend war es nicht nur für ein Gänsehauterlebnis. "Nach dem 2:2 gegen den SV Winzeln mussten wir erst mal diesen Nackenschlag verkraften", so Haag und fügt weiter an: "Doch die Mannschaft hat sich zusammengerauft, hat Charakter gezeigt. Allen war anzumerken, dass sie aufsteigen wollen."

 

"Die Stimmung in der Kabine war eigentlich nicht anders als in den Entscheidungsspielen zuvor. Ich glaube es war jedem bewusst, dass wir gut genug sind, um das Spiel zu gewinnen. Zusätzlich kamen wir mit mächtig Aufwind durch den Gewinn des Bezirkspokals und den Siegen zuvor", so die Einschätzung von Christoph Müller.

Eine wichtige Rolle hatten für Manuel Haag dabei auch die Zuschauer des SV Seedorf. "In Dagersheim haben die von der ersten bis zur letzten Minute Stimmung gemacht, ohne Unterbrechung. Das war schon einmalig und wichtig für die Mannschaft." War vor zwei Spielzeiten der erstmalige Aufstieg des SV Seedorf in die Landesliga lange absehbar, hatte es diesmal von den Feierlichkeiten einen besonderen Kick, da der Jubel und die Freudengesänge spontan ihren Weg bahnten. Nachdem zunächst im Dagersheimer Stadion die Mannschaft von den Fans gefeiert wurde, ging es Stunden später nach der Rückkehr in Seedorf erst richtig ab.

Mit Pauken und Trompeten begleitete die Kapelle des Musikvereins die erfolgreichen Fußballer durch das Dorf, bevor beim Sportplatz weiter gefeiert wurde. "In Dagersheim wurde natürlich noch mit unseren mitgereisten Fans gefeiert. Was die in den vergangenen zwei Wochen veranstaltet haben ist aller Ehren wert. Als wir zurück nach Seedorf gekommen sind, wurden wir vom Musikverein bis ans Sportheim begleitet. Danach ging das Feiern bis in die frühen Morgenstunden", berichtet Müller. Das hatten sich auch alle verdient, Mannschaft, Anhänger und alle im Umfeld des SV Seedorf, die nicht nur mitgefiebert haben, sondern auch zum Erfolg beitrugen, lobte Manuel Haag das intakte Vereinsleben in Seedorf.

"Nach dem Abstieg 2018 aus der Landesliga gab es schon einen Umbruch in der Mannschaft. Extra herausheben kann man hier eigentlich niemanden. Aber ich kann sagen, gerade die Jungen haben sich sehr gut weiter entwickelt und sich mit den Routiniers hervorragend zu einer Einheit ergänzt", sagt Manuel Haag. "Es war ein gleichwertiger Kader von 17, 18 Spielern. Egal wer eingewechselt wurde, war es nie eine Schwächung der Mannschaft", so die Feststellung von Haag.

Auf einen muss man beim SV Seedorf künftig verzichten – Christoph Müller. "Klar fällt mir der Abschied aus Seedorf schwer. Nicht nur von der Mannschaft, sondern auch vom ganzen Verein. Nach sieben Jahren sind so manche Freundschaften entstanden. Jedoch ist es nun einfach an der Zeit. Jetzt freue ich mich auf Lauterbach. Die Mannschaft ist meines Erachtens super und ich hoffe, dass ich noch das ein oder andere Spiel mit meinem Bruder Tobias machen kann. Es war echt eine grandiose Zeit in Seedorf", bringt es Christoph Müller auf den Punkt.