Fußball

FC 08 Villingen: "Team steht in der Pflicht"

von Michael Eich

FC 08 Villingen – 1. Göppinger SV (Samstag, 15 Uhr/Hinspiel 0:0). Der FC Villingen kehrte bisher nach Niederlagen zumeist schnell wieder in die Erfolgsspur zurück. Deshalb sind die Hoffnungen groß, dass es gegen den 1. Göppinger SV zu einem Heimsieg reicht.

Damit könnten sich die Nullachter, die durch die Ergebnisse in den beiden Nachholpartien am Mittwoch auf Platz sieben abgerutscht sind, für das 1:3 beim SV Oberachern am vergangenen Samstag rehabilitieren.

Weiter wäre dies eine gute Generalprobe für das Pokal-Halbfinale am kommenden Mittwoch gegen den SV Linx. "Das Pokalspiel werden wir am Samstag ausblenden. Wir müssen uns erst einmal auf Göppingen konzentrieren", betont Coach Jago Maric. Es wäre aber natürlich gut, mit einem Sieg gegen Göppingen ins Halbfinale zu gehen. "Dann hätten wir noch mehr Selbstvertrauen."

Die Mannschaft könne gegen Göppingen auch viel wieder gutmachen. "Das Team steht in der Pflicht", stellt Maric klar. Man dürfe aber auf keinen Fall so auftreten, wie es in Oberachern in der zweiten Halbzeit der Fall gewesen sei. "Göppingen ist ein starker Gegner. Das wird ein schweres Spiel. Da müssen wir über 90 Minuten die Spannung hochhalten", so Maric.

Das von Ex-Profi Gianni Coveli trainierte Team aus Hohenstaufen, das Rang acht belegt, zählte vor der Winterpause als Tabellendritter zur Spitzengruppe. Zuletzt verloren die Göppinger aber zwei Spiele in Folge. Erst gab es in Freiberg eine 1:6-Schlappe. Zuletzt unterlag Göppingen im eigenen Stadion dem FV Ravensburg – ungeachtet einer zweimaligen Führung – mit 2:3. "Es ist schade, dass der letzte Eindruck nicht gut ist, denn eigentlich haben wir es 50 Minuten lang gut gemacht", blickt Coveli auf die jüngste Niederlage. Mit Kevin Dicklhuber (18 Treffer) haben die Göppinger den zweitbesten Angreifer der Oberliga in ihren Reihen.

Derweil ist nicht klar, ob 08-Torjäger Benedikt Haibt am Samstag von Beginn an auflaufen kann. Er hatte in Oberachern wegen einer starken Erkältung gefehlt. Zu Beginn der Woche konnte der Villinger Kapitän noch nicht wieder mittrainieren. "Bene ist dabei. Aber es ist nicht klar, ob er von Anfang an spielt – oder eingewechselt wird", erklärt Maric. Um mehr Alternativen für die Offensive zu besitzen, wird Kamran Yahyaijan, der zuletzt in der starken Landesliga-U23 fleißig Spielpraxis sammelte, auf der Bank sitzen. Aufgrund der bevorstehenden "englischen Woche" will Maric eventuell auf mehreren Positionen rotieren. Voraussichtlich feiert Stjepan Geng, der lange wegen einer schweren Knieverletzung pausieren musste, am Samstag sein Comeback in der Landesliga-Elf. Diese spielt nach dem Oberliga-Team um 17.30 Uhr gegen den FC Überlingen. "Stjepan fühlt sich gut. Vielleicht spielt er 15 bis 20 Minuten", kündigt Maric an.

Der Gegner

1. Göppinger SV

Der 1. Göppinger SV 1895 besitzt seinen Namen erst seit 1920, als sich der 1. Athletik-Club Göppingen und der 1. Göppinger Fußballverein zusammenschlossen. Ein großer Erfolg war 1934 der Aufstieg in die Gauliga. Im Jahr 1944, mitten im Zweiten Weltkrieg, errang der SV gegen die Stuttgarter Kickers die württembergische Meisterschaft. Danach dauerte es lange, bis die Göppinger wieder an frühere Erfolge anknüpfen konnten. Dazu gehörte 1969 die Qualifikation für die deutsche Amateurmeisterschaft. In der Saison 1970/71 wurde dann sogar der Sprung in die Regionalliga Süd geschafft.

Dort kreuzten sich dann auch erstmals die Wege mit dem FC Villingen. Aus der zweithöchsten deutschen Spielklasse stiegen die Göppinger allerdings nach nur einer Saison wieder ab. Sie kämpften von 1971 bis 1978 in der 1. Amateurliga um Punkte. Die Göppinger und die Villinger trafen sich dann 1978 als Gründungsmitglieder in der neuen Amateuroberliga wieder. Von dort wurde das Team bis 1994 in die Bezirksliga durchgereicht. Erst 2016 erreichte Göppingen als Tabellenzweiter der Verbandsliga Württemberg über die Relegation den ersehnten Wiederaufstieg in die Oberliga. Kräftig erneuert wurde in den vergangenen zwei Jahren das Stadion.

Für 300.000 Euro gab es eine neue Tribüne mit 300 Plätzen. In der vergangenen Saison belegten die Württemberger unter ihrem Coach Gianni Coveli den achten Tabellenplatz. Coveli sitzt jetzt im fünften Jahr auf der Trainerbank. Sein Vertrag wurde schon in der vergangenen Saison bis 2020 verlängert. Ziel in dieser Runde ist es, den achten Tabellenplatz der Vorsaison zu übertreffen. Auswärts haben die Göppinger bisher aus 13 Spielen 20 Punkte (20:19 Tore) geholt. Bester Torschütze ist Kevin Dicklhuber mit 18 Treffern. Er steht damit auf Rang zwei der Oberliga-Torjägerliste.

Zugänge: Morgan Faßbender (FV Illertissen), Tobias Clauß (St. Mary‘s College/USA).

Abgänge: Ender Özcan (VfL Sindelfingen).