Furtwangen

Mit Mose ins "Gelobte Land"

von Siegfried Kouba

Furtwangen. "Mit Mose unterwegs – damals und heute" lautet die derzeitige Ausstellung im Pfarrzentrum, deren Titel schon denn Sinn verrät: eine alte Geschichte, die mit dem heutigen Leben zu tun hat; eine gekonnte Bibelauslegung. Als Schlüssel könnte Sven Hedins Ausspruch dienen: "Jeder Mensch braucht ein wenig Wüste", denn mit den einzelnen Stationen wird die Errettungs-Tat Gottes nach dem biblischen Zeugnis des Pentateuch dargestellt. Neben der Person Mose wird das israelitische Volk beschrieben, das Not und Elend erfährt, bis es nach Gefangenschaft, Flucht durch das Schilfmeer und langem Erdulden in der Wüste endlich zum Ziel gelangt: das Gelobte Land, wo Milch und Honig fließen.

In acht Stationen über zwei Ebenen vom Foyer bis zum KJG-Raum lassen Führerinnen und Führer biblische Erzählung lebendig werden. Nach dem Erfolg des Oster-Bibelgartens vor zwei Jahren hat sich ein sechsköpfiges Team um Selma Zähringer die Ausstellung erdacht. Von Malereien Sabine Maiers und Marco Havliceks, über das von Fridolin Bensel gestaltete Bergsymbol, einer Vielzahl an Ausstellungsobjekten bis hin zum lebensgroßen ägyptischen Aufseher und dem reich ausstaffierten gelobten Land mit Wasserfall, Palmenhain, Obst und Hülsenfrüchten ist Vielfalt angesagt.

Wie an einem roten Faden sieht der Besucher die Ereignisse, wobei teils Moses Schwester Mirjam die Besucher leitet. Wie eine Tempeltür öffnet sich der Zugang mit "Jahwe – ich bin der ich bin", um zum ausgesetzten Mose im Binsenkörbchen zu gelangen. Als erwachsene Führer der Israeliten erkennt er die Lage, sitzt aber zwischen den Stühlen seines Volkes und den Ägyptern.

Da kommen Fragen auf, auch an die Menschen heute. Sitz man nicht oft zwischen Stühlen? Habe ich Mut und Gottvertrauen? Stehe ich mit dem Rücken zur Wand, und wer trägt mich? Was sind letztlich meine Wünsche, Träume, Hoffnungen? Und: Was ist für mich das gelobte Land? Damit werden die Erwachsenen konfrontiert, wogegen Kinder geradezu spielerisch an die Themen herangeführt werden. Sie mimen die Rollen des brutalen ägyptischen Aufsehers, genauso wie die des Pharaos oder Moses. Sie können sich verkleiden, sollen fühlen, was Ziegelsteine schleppen bedeutet, sollen heiligen Boden nicht mit Schuhen betreten, müssen mit Wenigem flüchten und erfahren die Heilige Schrift, die sie glücklich auf den Weg mitnehmen können.

Im "Gelobten Land" erwartet sie Honigbrot, und sie können Wasserrauschen und Vogelgesang lauschen. Schließlich können sie Mandalas oder den brennenden Dornbusch ausmalen und eine selbst geschriebene Bibel entstehen lassen.