Freudenstadt

Wildunfälle: Pro Monat kracht’s 46 Mal

von Volker Rath

Kreis Freudenstadt - Augen auf und in Waldgebieten Fuß vom Gas: Mit dem Herbst steigt die Lebensgefahr für Rehe, Füchse, Wildschweine und Dachse. Alleine am vergangenen Wochenende gab es vier Wildunfälle im Kreis Freudenstadt.

Eigentlich lebt das Wild im Nordschwarzwald immer gefährlich. Seit Januar haben sich 383 solcher Unfälle im Kreis ereignet, so das Polizeipräsidium Tuttlingen auf Nachfrage. Im gesamten Gebiet des Präsidiums waren es 1707 seit Jahresbeginn.

Zwischen 30 und 50 Mal rückte die Polizei in jedem Monat im Kreis Freudenstadt aus, um einen Wildunfall aufzunehmen, der für die Tiere in der Regel tödlich endet – Alltag in waldreichen Landstrichen. In den Nachbarkreisen Rottweil und Zollernalb, die ebenfalls zum Präsidium gehören, gab es seither 326 und 310 solcher Kollisionen.

Derzeit steigt das Risiko zusätzlich, jahreszeitlich bedingt. Die Nächte werden merklich kürzer, morgens und abends zieht Nebel auf. Dazu sind die meisten Felder abgeerntet. Gerade dort findet Rot- und Schwarzwild noch Futter, um sich Winterspeck anzufressen. Zum anderen bewegen sich unerfahrene Jungtiere wie Rehkitze jetzt selbstständiger, so die Polizei. Im Gegensatz zu älteren Tieren sind sie weniger vorsichtig, wenn sie Straßen überqueren, um zu Futterplätzen zu kommen. In aller Regel sind Rehe morgens und abends auf dem Weg zu den sogenannten Äsungsflächen. Damit steigt die Wahrscheinlichkeit, dass sie Verkehrswege überqueren. Betroffen hiervon sind vor allem Straßen, die durch Waldgebiete führen oder im Übergangsbereich zu den Feldern liegen. Die Polizei rät, sich gedanklich darauf einzustellen. Sollte einem ein Tier plötzlich direkt vors Auto laufen, sei es besser, das Lenkrad festzuhalten und den Unfall in Kauf zu nehmen als ein unkalkulierbares Ausweichmanöver zu starten, das die Insassen der Fahrzeuge in Gefahr bringe.