Freudenstadt

Unterkunft platzt aus allen Nähten

von Lothar Schwark

Bei 135 Einsätzen war die freiwillige Feuerwehr Freudenstadt mit ihren Abteilungen gefordert. Außerdem wurden etwa 12 000 ehrenamtliche Übungsstunden geleistet.

Freudenstadt. In seinem Jahresbericht hatte Stadtbrandmeister Florian Möhrle in der Erwin-Hils Halle imposante Zahlen parat. Die Abteilungen Freudenstadt, Dietersweiler, Grüntal-Frutenhof, Igelsberg, Kniebis, Musbach und Wittlensweiler absolvierten insgesamt 212 Übungen. Die Gesamtwehr Freudenstadt hat derzeit 303 Mitglieder, davon 51 in der Jugendfeuerwehr und 57 in der Altersfeuerwehr.

Im vergangenen Jahr waren die Ehrenamtlichen bei 23 Brandeinsätzen, 56 technischen Hilfeleistungen, 41 Fehlalarmierungen, davon 29 durch Auslösung von Brandmeldeanlagen, und fünf Überlandhilfen bei Bränden in Nachbargemeinden unterwegs. Bei Verkehrsunfällen wurden zwei Menschen gerettet. Möhrles Dank ging an alle Arbeitgeber, die es ihren Arbeitskräften ermöglichten, für die Feuerwehr während der Arbeitszeit tätig zu werden. Dabei stellte er sich aber die Frage, ob die Feuerwehr tagsüber Ölspuren und umgestürzte Bäume beseitigen oder Haus-und Wohnungstüren, öffnen muss, oder ob diese Tätigkeiten alternativ zum Beispiel Firmen anbieten könnten.

Die Aus- und Fortbildung und der Ausbildungsstand seien in der Gesamtwehr sehr gut, betonte Möhrle. Nachholbedarf habe man noch in Sachen Führerschein. Ein Dank ging an Ausbildungsleiter Stephan Wolf und an die Zug- und Gruppenführer. 2017 wurde die Dekontaminations- und Strahlenschutzeinheit neu strukturiert. Zugführer ist Marc Bernhardt. Die Führungsgruppe unter der Leitung von Bernd Züfle sei nicht mehr wegzudenken, so Möhrle weiter. Mit Fahrzeugen sei die Wehr gut ausgestattet. Der Fahrzeugbestand sei in den vergangenen vier Jahren systematisch erneuert worden. Dafür dankte Florian Möhrle Oberbürgermeister Julian Osswald, Bürgermeisterin Stephanie Hentschel und den Stadträten für ihre Unterstützung. Ein Dank galt auch Kreisbrandmeister Frank Jahraus und dem Landratsamt.

In Sachen Unterkunft sieht es dagegen nicht so gut aus. Problempunkte seien das Freudenstädter und das Kniebiser Feuerwehrhaus, erläuterte der Stadtbrandmeister. Das Freudenstädter Feuerwehrhaus platze aus allen Nähten und sei nach heutigen Standard nicht mehr tragbar. Es müsse definitiv was geschehen. Möhrle dankte auch der Polizei und befreundeten Rettungsorganisationen sowie allen Institutionen für die gute Zusammenarbeit und Unterstützung bei Einsätzen und Übungen.

Die Berichte der einzelnen Abteilungen trugen Benjamin Haug (Dietersweiler), Walter Ehmann (Grüntal-Frutenhof), Michael Eberhardt (Igelsberg), Heiko Günter (Kniebis), Christof Seeger-Armbruster (Musbach), Andreas Behncke (Wittlensweiler) und Tom Anger (Freudenstadt) vor.

Jugendfeuerwehr wichtiges Sprungbrett

Über die zahlreichen Aktivitäten der 51 Jugendlichen in den Jugendfeuerwehren berichtete Gesamtjugendwart Sebastian Hillebrecht. Die Jugendfeuerwehr sei ein wichtiges Sprungbrett zum Eintritt bei den Aktiven und müsse weiterhin gefördert werden, betonte er.

Die Grüße vom Kreisfeuerwehrverband überbrachte deren Vorsitzender Maik Zinser, der über die soziale Absicherung der Aktiven bei Unfällen berichtete. Auch eine Besonderheit hatte der Abend zu bieten. Aus der Sicht eines Unfallopfers schilderte Karl-Friedrich Wöhrle seine Rettung durch die Freudenstädter Feuerwehr bei einem schweren Verkehrsunfall. Kreisbrandmeister Frank Jahraus dankte Stadtbrandmeister Möhrle für seine ehrenamtliche Arbeit. "Es funktioniert perfekt" so sein großes Lob.

Mit den Worten "jedes Jahr bin ich wieder fasziniert, was hier geleistet wird" dankte OB Osswald allen für ihr Engagement bei der Feuerwehr. Zum Brandmeister wurden Andreas Behncke (Wittlensweiler) und Michael Eber­hardt (Igelsberg) ernannt.