Freudenstadt

Spinnen-Ausstellung im Kongresszentrum

von Lothar Schwark

Freudenstadt - Der Anblick von Spinnen oder anderen Krabbeltieren löst bei vielen Menschen Ekel und Unbehagen aus. Dass dies völlig unbegründet ist, will Giovanno Neigert mit seiner Spinnen- und Insektenausstellung zeigen.

Die größte mobile Spinnen- und Insektenausstellung Deutschlands mit über 500 Exemplaren war jetzt im Freudenstädter Kongresszentrum zu sehen. Spinnen und Insekten faszinieren Giovanno Neigert seit seinem 13. Lebensjahr. Damals überraschte der in Feuchtwangen wohnhafte Spinnenfan seine Mutter mit der ersten Vogelspinne. 2011 machte Neigert sein Hobby zum Beruf. Er gibt seinen Mitmenschen Einblick in das Leben und Verhalten von Spinnen, Skorpionen, Riesentausendfüßlern sowie seltenen Käfern, Gottesanbeterinnen, Schmetterlingen, "wandelnden Blättern" oder Gespenstheuschrecken.

Viele Familien schauten im Kongresszentrum mit ihrem Nachwuchs vorbei, der sich an den Terrarien die Nase platt drückte. Hinter dem sicherem Glas konnte man etliche Arten der gefürchteten Vogelspinne und weitere Spinnen bewundern. In speziell gestalteten Glasvitrinen war unter anderem eine der größten Vogelspinnen der Welt, die "Theraphosa blondi", zu sehen. Zahlreiche Exponate zeigten die große Vielfalt der Natur, die es zu schützen gelte, so der Aussteller. Die Exemplare und ihr Lebensraum auf den verschiedenen Kontinenten der Erde wurden detailliert beschrieben.

Als pädagogisch wertvoll eingestuft

Mit der Ausstellung will Neigert Menschen die Angst vor Spinnen und Insekten nehmen. Der natürliche Lebensraum der Tiere, die überwiegend aus der Zucht stammen, wird so gut wie möglich dargestellt. Die Ausstellung ist anerkannt und wird als pädagogisch wertvoll eingestuft. "Darauf sind wir sehr stolz", informierte Neigert. Zu Gast war er schon in der Schweiz, Österreich und Ungarn.

Einer weit verbreiteten Meinung, dass das Gift der Vogelspinne tödlich ist, widerspricht Neigert. Mit ihrem Gift lähmten und verdauten die Tiere zwar ihre Beute. Aber tödlich sei es für Menschen nicht, betonte er. Auf einzelnen Infotafeln wurde auch mit anderen Vorurteilen aufgeräumt. Die Spinnen seien beispielsweise nützliche Schädlingsbekämpfer. Auch sei die Aussage, das alle Spinnen beißen falsch, so Neigert. Mit Videos konnten sich die Besucher ebenfalls über das Leben der Tiere informieren. Einatmen und die Hand still halten, hieß es für manches Kind, das für ein Erinnerungsfoto eine Spinne auf der Hand halten durfte.

"War gar nicht schlimm", sagte ein junger Besucher, "viel flauschiger als ich es mir vorgestellt hatte". Schweißausbrüche und Atemnot dürften beim einen oder anderen Besucher der Ausstellung wohl der Vergangenheit angehören.

Weitere Informationen: www.insectophobie.de