Freudenstadt

Sinnvolle Feierkultur statt Besäufnis

von Schwarzwälder Bote

Jedes Jahr werden die abgeschlossenen Prüfungen gefeiert und meist kräftig begossen. Die mobile Jugendarbeit in Freudenstadt hatte deshalb eine Aktion initiiert, um Jugendliche und junge Erwachsene zum Nachdenken zu bewegen.

Freudenstadt. Ein Grund zu feiern sind abgeschlossene Prüfungen auf jeden Fall. Ein Grund, sich sinnlos abzuschießen, aber auf keinen Fall, meint die mobile Jugendarbeit. Dies nahmen die Mitarbeiter zum Anlass, um am unteren Marktplatz in Freudenstadt einen "Überfall auf die Wirklichkeit" umzusetzen.

Mitten unter den Feiernden lag eine lebensgroße Puppe, umrandet von leeren Flaschen und mit dem Statement: "Sinnvolle Feierkultur vs. Sinnloses Besäufnis – Glückwunsch zur Reife!" Die Mitarbeiter der mobilen Jugendarbeit kamen bereits beim Aufbau mit den Feiernden ins Gespräch. "Das sinnlose Besäufnis ist nicht das Ziel, sondern seine Freude zu zeigen", sagte eine Schülerin. Eine andere meinte "Wir wollen miteinander genießen, feiern und Sonnenbrand bekommen". Eine weitere Abiturientin betonte: "Manchmal gehört Alkohol dazu, aber nicht für jeden. Ich möchte nur die stressige Zeit vergessen". Drogen seien kein Thema, nur Alkohol. Ein noch nüchterner Schüler beteuerte hingegen: "Wenn ich noch Auto fahren muss, trinke ich auf gar keinen Fall. Es geht auch ohne." Andere Feiernde hingegen waren der Meinung: "Natürlich mit Alkohol. "Abitur macht stur, deshalb trinken wir Alkohol pur", lautete ihr Motto.

Es wurde viel über Gefahren, Verantwortungsübernahme aber auch über den Auftrag der mobilen Jugendarbeit, Erfahrungen und auch über die stressige Prüfungszeit informiert und diskutiert. Das Ordnungsamt der Stadt hatte bereits vorgesorgt und sich zwei Verantwortliche für das Aufräumen notiert. Wie die mobilen Jugendarbeiter betonen, lag es der Gruppe am Herzen, dass sie anders sind. Während die meisten weiter zogen, gaben sich die zwei "Aufräumer" unter den Augen der Streetworker besonders viel Mühe beim Entfernen der Kronkorken und Scherben.

Die Streetworkerinnen Lara Bungartz von der Erlacher Höhe und Elisa Teufel von der Kinderwerkstatt Eigen-Sinn hoffen, dass sie beim einen oder anderen Teilnehmer ins Bewusstsein rufen konnten, um was es geht: "Gemeinsam feiern! Und nicht, wer verträgt den meisten Alkohol."