Freudenstadt

Es riecht nach Waffeln im Bahnhof

von Ina Frank

An einem offenen Ort, an dem jeder spontan vorbeikommen kann – dem Stadtbahnhof –, veranstaltete die Mobile Jugendarbeit am Mittwoch ihre Weihnachtsfeier.

Freudenstadt. Dekorierte Stehtische mit Lebkuchen und Plätzchen, ein Tischkicker, Punsch und der Geruch von frischen Waffeln – so findet man den Freudenstädter Stadtbahnhof eher selten vor. Am Mittwoch jedoch veranstaltete die Mobile Jugendarbeit dort ihre Weihnachtsfeier.

"Auch Gemeinwesenarbeit ist eine Säule unserer Tätigkeit", erklärt Lara Bungartz von der Mobilen Jugendarbeit. Daher habe man sich im vorigen Jahr dazu entschlossen, die Weihnachtsfeier im Stadtbahnhof zu veranstalten. Es sei gewünscht, dass jeder einfach spontan vorbeikommen kann. Den Waffelteig und einiges Gebäck hatten Bungartz und ihre Kollegin Elisa Teufel selbst gemacht, der Rest wurde vom Security-Team des Stadtbahnhofs und vom Stricktreff gespendet. Auch die Deko wurde komplett selbst zusammengestellt. Man habe einige ­Jugendliche direkt angeschrieben und zur Feier eingeladen; viele hätten sich dann prompt als Helfer gemeldet. Auch über Facebook und Plakate habe man Werbung gemacht.

Alle Snacks und Getränke gibt es auf Spendenbasis. "Der Einkauf hat nicht viel gekostet, und das ist es uns auch wert", sagt Bungartz. Man wolle mit dieser Aktion den Stadtbahnhof positiv beleben; niemand werde weggeschickt. Es seien auch viele Gäste dabei, die eigentlich nur auf der Durchreise sind. Wie lange die Feier geht, könne man noch nicht sagen – im vergangenen Jahr sei man bis ungefähr halb acht vor Ort gewesen. Auch Bürgermeisterin Stephanie Hentschel mischte sich am Mittwoch unter die Besucher. Das Jugendzentrum hatte für anderthalb Stunden geschlossen und die Mitarbeiter kamen vorbei.

"Die Geste macht es aus", sind sich Teufel und Bungartz einig. Die Jugendlichen sollen merken, dass etwas für sie ­gemacht wird.