Freudenstadt

Das Geschäft mit den Altkleidern

von Schwarzwälder-Bote

Freudenstadt. Anton Vaas war auf Einladung des Weltladens nach Freudenstadt gekommen, um darüber zu informieren, was mit den Altkleidern in den aufgestellten Containern geschieht. Der Referent stellte die Aktion Hoffnung, eine gemeinnützige Organisation, als den "Kleidersammler der Diözese Rottenburg-Stuttgart" vor, die auch in Freudenstadt Container aufgestellt hat.

Vier davon stehen in der Ludwig-Jahn-Straße und lieferten allein im September 3584 Kilogramm Altkleider, der einzelne Container in der Gustav-Werner-Straße immerhin 616 Kilo. Erstaunliche 750 000 Tonnen, das sind etwa 1,5 Milliarden Einzelstücke, wurden 2010 in der Bundesrepublik gesammelt – für ihren Transport benötigt man 47 000 Lastwagen. Mit dem Erlös, der beim Verkauf der Altkleider erzielt wird, finanziert die Aktion Hoffnung Projekte und bildungspolitische Maßnahmen ihrer Mitgliedsverbände, überwiegend in der entwicklungspolitischen Arbeit. Über die Caritas werde beispielsweise zahlungsunfähigen Patienten in Uganda die Behandlung im Krankenhaus ermöglicht. Die Menge der gesammelten Altkleider sei in den vergangenen Jahren enorm gestiegen, so Vaas. Verantwortlich dafür sei vor allem die Tatsache, dass die Mode immer schneller wechselt und die Zahl der billigen Textilien stark zugenommen hat.

"Und weil man mit Textilien Geld verdienen kann, ist auch die Zahl der gewerblichen Textilsammler angewachsen, die den gemeinnützigen Sammlern stark Konkurrenz machen", berichtete Vaas. Nur etwa 45 Prozent dessen, was in den Containern der Aktion Hoffnung eingeworfen werde, könne als Kleidungsstück weitergegeben werden. Etwa ein Viertel werde zu Putzlappen oder Malervlies weiterverarbeitet.

Am Ende seiner Ausführungen ging der Referent auf die Frage ein, ob die nach Afrika exportierten Textilien dem heimischen Markt schaden. In Nairobi beispielsweise bieten hunderte von Händlern Secondhand-Ware zu Preisen an, die Mehrzahl der Kenianer bezahlen können, durch Änderungsschneidereien sind weitere Arbeitsplätze geschaffen worden..