Freiburg

Kindsmord: Zeugin hat Schreie gehört

von Ralf Deckert

Freiburg - Vier Tage nach dem Mord an einem achtjährigen Jungen in Freiburg sucht die Polizei weiterhin fieberhaft nach dem Täter oder den Tätern. Das Kind war am Montag in Freiburg-Betzenhausen tot in einem Bach gefunden worden. Am Vorabend hatten es die Eltern im vier Kilometer entfernt liegenden Stadtteil Brühl als vermisst gemeldet.

Nun hat sich eine Zeugin bei der Polizei gemeldet, die um den Zeitpunkt des Verschwindens des kleinen Buben drei laute Schreie in der Nähe des Spielplatzes in Freiburg-Brühl gehört haben will. Ob da ein Kind oder ein Erwachsener geschrien habe, konnte die Zeugin nicht sagen. "Wir hoffen dennoch, dass dies eine wichtige Spur ist", so Polizeisprecherin Laura Riske gestern.

Ein mögliches Szenario sei gewesen, dass der Junge in ein Auto gezerrt wurde, das mit quietschenden Reifen losfuhr und dann scharf bremsen musste, um einen Unfall mit einem Motorroller zu verhindern, so Riske über die Aussagen der Zeugin. "Zu diesem Vorfall suchen wir weitere Zeugen, und wir suchen mögliche Beteiligte an diesem Geschehen", so die Polizeisprecherin. Ebenfalls gesucht wird nach wie vor der Ball, mit dem der Bub auf dem Spielplatz gekickt hat: Ein Fußball mit "O2" Aufdruck und farbigen Applikationen. Bis gestern haben sich über 80 Zeugen zu dem Verbrechen bei der Polizei gemeldet.

Am Samstag um 16 Uhr wird in Freiburg-Betzenhausen eine Gedenkkundgebung für den getöteten Achtjährigen veranstaltet. Im Internet haben sich bereits mehr als 1200 Menschen für die Kundgebung angemeldet.

Ebenfalls im Internet machte gestern eine Meldung die Runde, wonach in der Stadt Freiburg noch ein zweites, ebenfalls acht Jahre altes Kind getötet worden sei. Eine entsprechende Vermisstenmeldung habe man allerdings bei der Polizei nicht vorliegen, betonte Polizeisprecherin Riske. Die Polizei geht von einer Falschmeldung und einem üblen Scherz aus.