Freiburg

Hussein K.: Verlorener Zahn gibt Aufschlüsse

von Ralf Deckert

Freiburg - Auch eine Woche vor dem Mordprozess gegen den mutmaßlichen Frauenmörder Hussein K. in Freiburg dreht sich alles um die Frage nach dem wahren Alter des Angeklagten.

K. wird vorgeworfen, im vergangenen Oktober in Freiburg die Medizinstudentin Maria L. (19) vergewaltigt und getötet zu haben. K. selbst macht weder Angaben zur Tat, die man ihm aufgrund eines positiven DNA-Abgleichs anlastet, noch hat er sich seit seiner Festnahme im Dezember 2016 zu seiner Person geäußert.

Er war 2015 im Herbst als angeblich 17-jähriger unbegleiteter Flüchtling aus Afghanistan nach Freiburg gekommen.

In Wahrheit dürfte er damals aber schon deutlich älter gewesen sein, zumal er bereits 2014, ebenfalls als angeblich 17-Jähriger, wegen eines Mordversuchs in Griechenland verurteilt wurde. Zwei medizinische Gutachten spielen bei dem Prozess ab dem kommenden Dienstag eine wichtige Rolle: eine Röntgenuntersuchung der Hand des Angeklagten und ein Altersgutachten an einem Zahn, den die Ermittler zur Verfügung hatten.

Dem Zahngutachten zufolge ist K. vermutlich bereits mindestens 22 Jahre alt. Das Handgutachten, das als weniger präzise gilt, schließt dieses Alter ebenfalls nicht aus, lässt aber Spielräume offen. Das ist auch der Grund, warum K. zunächst vor der Jugendkammer angeklagt worden ist.