Fluorn-Winzeln

Borkenkäfer fressen sich weiter durch

von Bodo Schnekenburger

Fluorn-Winzeln - Licht und Schatten gibt es im Fluorn-Winzelner Forst. Vor der jüngsten Gemeinderatssitzung war das Gremium auf Besichtigungstour – und begeistert vom renovierten Jägerhäusle. Was Revierleiter Jörg Fehrenbacher anschließend zu berichtete, war weniger schön.

Nach der Entwicklung der vergangenen Jahre und der anhaltenden trocken-heißen Witterung in diesem Sommer haben sich die Befürchtungen bezüglich Käferbefalls bewahrheitet: "Wir haben jetzt im Wald an mehreren Stellen ›Hubschrauber-Landeplätze‹", erklärt Revierleiter Jörg Fehrenbacher in der Sitzung anschaulich das Ergebnis des heißen Sommers. An manchen Stellen mussten die Fällungen wegen des Borkenkäfers mehrfach ausgedehnt werden. Aktuell seien 750 Festmeter Käferholz angefallen – und es werden wohl noch mehr. Dieselbe Zahl brachten die beiden Stürme Anfang Januar. Zwar habe es keine Flächenwürfe gegeben, aber über die gesamte Gemarkung verteilt sei Sturmholz angefallen, was die Aufarbeitung aufwendiger mache.

Im laufenden Forsthaushalt habe man 3500 Festmeter geerntet, 1500 Festmeter davon entfallen auf Käfer- beziehungsweise Sturmholz. Ziel ist ein Einschlag von 6500 Festmeter. Allerdings, so gab Oberforsträtin Frauke Kleemann, Gebietsleiterin Schwarzwald des Forstamts Rottweil zu bedenken, ist die Marktlage wegen der zufälligen Nutzungen eher ungünstig: "Wir werden wahrscheinlich erstmals seit langer Zeit in der Situation sein, dass wir, auch wenn die Aufarbeitung der zufälligen Nutzungen – also zum Beispiel von Käferholz – fertig ist, möglicherweise nicht weiter einschlagen." Das soll dazu beitragen, den Markt zu stabilisieren. Gleichwohl sieht der Plan für kommendes Jahr einen Hiebsatz von 7350 Festmetern vor. Das ist das Ergebnis der Zwischenrevision der Forsteinrichtung. Damit rechnet der Forst bei vorsichtiger Planung mit einem Erlös von rund 165 000 Euro im Wirtschaftsjahr 2019.

Fragen ergaben sich bezüglich der Sanierung der Straße nach Rötenberg. Da werden einige Bäume fallen müssen – weniger wegen der Gefahr, dass sie nach Stürmen über die Straße fallen, sondern wegen der Unfallgefahr. Daraus resultiere nämlich die Sieben-Meter-Marke, die die Straßenbauverwaltung zur Verringerung der Zahl tödlicher Unfallfolgen gerne durchsetze. Wegen der Sicherung bei Stürmen müsste man eine 30-Meter-Zone freihalten, erklärt Kleemann. Schon jetzt müssten alle Bäume innerhalb dieser Streifen links und rechts öffentlicher Straßen von allen Seiten begutachtet werden – ein Aufwand, der bei 14,5 Straßenkilometern im Revier kaum zu leisten ist.

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