Fischerbach

Bürgergemeinschaft sucht neue Helfer

von Christine Störr

Viel Positives, aber auch Ärger über die Politik haben im Mittelpunkt der Hauptversammlung der Bürgergemeinschaft Fischerbach gestanden. Die Mitglieder blickten zurück und voraus.

Fischerbach. Die Fischerbacher Bürgergemeinschaft leistet Beachtliches im nachbarschaftlichen Miteinander. Das überwiegend ehrenamtliche Engagement in der Vernetzung von Hilfsbedürftigen und Helfenden ist enorm groß und wäre mit dem Einsatz von Fachkräften nicht bezahlbar.

Bei der Hauptversammlung blickte die Vorsitzende Mechthilde Eisenmann auf ein Jahr zurück, in dem es viele Aufgaben und Herausforderungen zu meistern gab. "Wir haben versucht, uns allem anzunehmen", sagte sie. Ein großes "Dankeschön" ging in Richtung der Helfenden, die eine Erfüllung der Aufgaben erst ermöglichten. An erster Stelle kämen diejenigen, die in keiner Statistik stehen würden, sich aber in ungezählten Stunden für Fischerbacher Familien und Flüchtlinge einsetzten.

Seit Gründung der Bürgergemeinschaft 2011 seien allein in der Nachmittagsbetreuung für Schüler 6000 Stunden geleistet worden, "es war das erste und ist das wichtigste Angebot", betonte Eisenmann. Die Ferienbetreuung sei für Familien und Alleinerziehende elementar wichtig. Im vergangenen Jahr habe Rita Echle mit dem Senioren-Angebot "Bewegung und Gymnastik" ein tolles Angebot geschaffen.

Im Gesamten würden sich über 50 Helfer im Dienste der Fischerbacher einbringen. "Jetzt besteht die Gefahr, dass wir aufgrund der Bürokratie unter die Räder kommen", befürchtete Eisenmann. Mit der Unterstützungsangebote-Verordnung vom Februar vergangenen Jahres wird die Schulung Ehrenamtlicher gesetzlich vorgeschrieben, für das laufende Jahr gelte Bestandschutz. "Jeder müsste 30 Stunden geschult werden, auch wenn es nur um das Spazieren gehen mit der Nachbarin geht", verdeutlichte Eisenmann.

Bei 450-Euro-Kräften wären 160 Schulungsstunden notwendig. "Das können wir nicht leisten", ärgerte sich die Vorsitzende und verwies auf den Protestbrief des Freiburger Netzwerks Nachbarschaftshilfe. "Wir haben in Fischerbach ein niederschwelliges Angebot, das seit Jahren gut funktioniert, für das Pflegegeld soll so viel Hilfe wie möglich bezahlt werden können." Für 2019 müsste die Bürgergemeinschaft jeden seiner Dienste neu beantragen. "Es ist nicht fair, was da passiert", befand Eisenmann.

Fischerbachs Bürgermeister Thomas Schneider bescheinigte dem Verein ein außergewöhnlich großes Engagement in Art, Umfang, Breite und Güte. "Das muss man erst mal nachmachen", lobte er die Helfer. "Wir können alles: aber nicht auf gut funktionierendes Ehrenamt verzichten!"

Schriftführer Richard Schmid blickte anschließend auf das vergangene Jahr zurück und betonte: "Für den Flüchtlingskreis werden weitere Helfer gesucht." Kassiererin Claudia Neumaier berichtete von einem finanziellen Überschuss und aktuell 224 Mitgliedern, allein im vergangenen Jahr waren 35 neue eingetreten. 2011 war die Bürgergemeinschaft mit 122 Mitgliedern gestartet und verzeichnet seither kontinuierlichen Zuwachs.

Einsatzleiterin Petra Krämer berichtete von 3046 geleisteten Stunden, allein im Bereich "Hilfe im und ums Haus" wurden gegenüber dem Vorjahr 300 Stunden mehr geleistet. In der Schülerbetreuung wurden 1200 Stunden geleistet (Vorjahr: 775) und außerdem 459 Essen (Vorjahr: 266) ausgegeben. Für die Ferienbetreuung wurden 149 Stunden geleistet (Vorjahr: 54) und einzig der Fahrdienst ist mit 49 etwas niedriger ausgefallen (Vorjahr: 53).