Eutingen

Sie waschen Wäsche "wie zu Omas Zeiten"

von Alexandra Feinler

Mit großer Begeisterung schüttelte Annalena lange Zeit das Glas, in dem sich schon die Butter zusammensetzte. Beim lebendigen Museum im Rahmen der Eutinger Sichelhenke konnten die Gäste am gestrigen Sonntag einiges erleben.

Eutingen. Die Narrenzunft Eutingen, rund um die Vorsitzenden Stefan Rüth und Thorsten Weiß, freuten sich über die zahlreichen Besucher. Einige hatten sich aufgrund der starken Hitze im Narrenschuppen einen schattigen Platz gesucht. Andere genossen die Sonne im Hof und lauschten am Nachmittag der Musikkapelle Eutingen unter der Leitung von Peter Bild. Aufgrund der starken Nachfrage hatte die Hexenküche mit den beliebten Pfannabeetle für ständigen Nachschub gesorgt.

Neben der historischen Küche bastelten die Schelladralle-Betreuer mit den Kindern. Jano wollte einen Schlüsselanhänger in den Narrenzunftfarben grün, gelb und rot-orange herstellen, wobei er Unterstützung erhielt. Seine Schwester Noa malte in der Zwischenzeit die Hexenvorlage grün aus, die Biggi Müller von Hand gemalt hatte. Die Eutinger Hobbymalerin hatte sich wieder größte Mühen gemacht und die Hexen, Teufel, Bären, Schelladralle und weitere Eutinger Narrenzunftmotive zu Papier gebracht. Wer Lust hatte, konnte auch mit den Betreuerinnen Margit und Simone ein Armband erstellen. Elli wünschte sich eines in Pink-Weiß.

Zuvor hatte die Eutingerin beim Museumsschuppen Wäsche "wie zu Omas Zeiten" gewaschen. Annette Sökler und ihr Team erklärten den Kindern und weiteren Zuschauern, dass früher die Wäsche aufwendig gewaschen und die Flecken eingeweicht wurden. Aus dem Fundus des Museums hatten die Mitglieder von "Heimat und Brauchtum" geeignete Wäschestücke aus Leinen herausgesucht. Somit konnten die Besucher sich an Bettwäsche, alten Hemden und Laken versuchen. Mit der Seife wurden die Flecken behandelt. Elias und Noah hatten viel Spaß dabei, die Wäsche in den Zuber zu stecken und sie über das Waschbrett zu ziehen. Vor allem der zweijährige Noah rührte gerne im Wasser mit den Fingern herum und spritzte die umliegenden nass. Das war bei strahlendem Sonnenschein kein Problem, zumal die Wäscheleinen von früher ebenfalls aufgehängt waren. Die Besucher konnten auch einen Blick in die alten Waschgeräte werfen und zuschauen, wie die Wäsche ausgewrungen wurde.

Smartphone ausgestellt

In der Nähe des Eingangs zum Museumsschuppen führten Willi Schaupp und Peter Mücke durch die Foto- und Filmkamera-Ausstellung und zeigten auch das Zubehör, wie Diaprojektor und vieles mehr. Bei so manchem Besucher wurden Erinnerungen wach. "Ich hab‘ damals meine Kamera für 780 D-Mark gekauft. Das war viel Geld", erinnerte sich Roland Leins aus Weitingen. Die Technik habe sich innerhalb kürzester Zeit rasant gewandelt, was an den Ausstellungsstücken zu erkennen war: Die Fotos und Kameras wurden immer kleiner und die Leistungen immer vielfacher. Daher hatte Heimat und Brauchtum neben den ältesten Foto- und Filmkameras auch ein neues Smartphone und Spiegelreflexkameras ausgestellt. Zudem wurden Fotos von einer Fahrt nach Rom und weitere Fotoalben ausgestellt, mit dem Hinweis "Bitte nicht berühren".

Im Obergeschoss dagegen durften die Besucher mit anpacken und aus Milch Butter und weiteres herstellen. Heimat und Brauchtum hatte zuvor die Milch ein zwei Tage stehen lassen und den Rahm abgeschöpft. In einem Glas wurde die Milch von Annalena und Jolie so lange geschüttelt, bis Butter entstand. Mia und Lara schauten begeistert zu und durften nachher die Butterbrote sowie Rettich, Quark und vieles mehr probieren. Einiges gab es dieses Mal rund um das Narrengelände zu erleben. Am Spätnachmittag kamen einige Besucher, um die spannende Preisverleihung der Tombola-Lose mitzuverfolgen.