Eutingen

Seine Naturverbundenheit hat er immer beibehalten

von Alexandra Feinler

Eutingen-Weitingen. In einigen Vereinen wirkte Rudolf Raible aktiv mit, war Spielführer der ersten Mannschaft des TSV Weitingen und Kanonier-Chef des Narrenvereins Weitingen. Heute feiert er seinen 80. Geburtstag im Kreise seiner Lieben.

Als zweitjüngstes von sechs Kindern von Franziska und Anton Raible kam Rudolf Raible am 17. April 1938 in Weitingen zur Welt. Die Eltern führten, wie es damals üblich war, eine Landwirtschaft. Nach der Schule gab es daher unzählige Aufgaben im landwirtschaftlichen Betrieb.

Weil die Lehrstellen knapp waren, lernte Raible in Schwenningen das Metzgerhandwerk. In den Lehrjahren lebte er auch in Schwenningen, wo er seine Leidenschaft für das Handballspiel entdeckte. Von seinem Lehrberuf ging es kurz zur Bundeswehr, um seine Pflichtzeit abzuleisten. Danach ging er in die Industrie und führte bei Solo in Maichingen die Arbeiten aus, die anstanden. Vor allem die Montage hatte es ihm angetan und so kam er zum Landtechnik-Unternehmen Altek nach Hailfingen. Dort blieb er 15 Jahre lang und wechselte dann bis zum Ruhestand ins Presswerk zum Daimler nach Sindelfingen. Nebenbei half er in der Landwirtschaft der Eltern mit und übernahm später das landwirtschaftliche Anwesen in Weitingen. "Es gab immer viel zu tun", erinnert sich der Jubilar.

Sonntagmorgen hieß es früh aufstehen, denn vor dem Fußballspielen musste noch die Frucht verstaut werden. Dann ging es auf den Platz und später wieder heim, um die restliche Frucht zu versorgen. Manchmal fehlten die Spieler und so musste Spielführer Raible diese noch vor dem Spiel zusammenrufen. "Das war manchmal eine Aufgabe", denkt der erfolgreiche Stürmer zurück. Das Kicken schien ihm sehr zu liegen, feierte er zusammen mit seiner Mannschaft so manchen Erfolg. Ebenso wirkte er bei der Gestaltung des Sportgeländes mit.

1961 heiratete er Christina, geborene Fischer, mit der er einen Sohn und eine Tochter hatte. Bereits in jungen Jahren war Raible an der Fasnet aktiv. "Da war das ganze Haus narred", scherzt er. Einige Jahre war er Gruppenleiter der Kanoniere des Narrenvereins Bettschoner Weitingen und ist nun "Ehrenkanonier" – Dienstgrad "Ehrenklepfer". Seine Leidenschaft für die Fasnet gab er wohl an seinen Sohn Jörg Raible weiter, der heute Schriftführer beim Narrenverein ist. Und auch die Enkel seien schon angesteckt worden, laufen sie bei den Hexen mit.

Zur großen Leidenschaft von Rudolf Raible gehört auch das Singen. Zusammen mit seinen Brüdern Josef, Anton und Hans singt er schon viele Jahre im Männergesangverein Liederkranz in Weitingen. Zahlreiche Ehrenmitgliedschaften hat der Weitinger aufgrund seines Engagements in den Vereinen inne.

Zwei Jahre war er auch in der Weitinger Feuerwehrabteilung. Als seine Tochter im Weitinger Musikverein spielte, trat Rudolf Raible als passives Mitglied bei. Bis heute nimmt das Mitglied an den Wanderungen des Schwarzwaldvereins Horb in der ganzen Region teil. Auch bei den Mittwochswanderern ist er dabei. Die Naturverbundenheit von der Landwirtschaft her hat er beibehalten. Vor vier Jahren pilgerte er auf dem Jakobsweg vom spanischen Bilbao nach Santiago de Compostela. Neben dem Reisen, wie im vergangenen Jahr mit einer Safari-Tour durch Südafrika, geht er gerne tanzen.